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Slothrust - Parallel Timeline

Platte der Woche

KW 36/2021


Slothrust - Parallel Timeline
Dangerbird/The Orchard
Format: LP

Wenn Menschen sich eine neue Frisur zulegen, dann bedeutet das ja gemeinhin, dass sich damit ein Lebenskapitel schließt und ein neues beginnt. Geht man nach den Videos zu der neuen Scheibe "Parallel Timeline", die Slothrust-Mastermindin Leah Wellbaum in verschiedenen Lebenssituationen und der auf der LP besungenen Suche nach dem Sinn des Lebens zeigen, wird das besonders deutlich, denn hier zeigt sich Leah nicht mehr wie früher - also durchgestylt mit platinblondem Wuschelkopf -, sondern im bodenständigen Overall und ihrer natürlichen Haarfarbe. Was mag der Grund für diese Veränderungen sein? Nun - auf ihrer letzten Slothrust-Scheibe "The Pact" ging es noch um die Vereinbarungen, die wir als Menschen mit dem Leben treffen (oder zu treffen glauben). Da waren wir also als Menschen noch in der Kontrollposition. Was sich auch in den politisch motivierten Agit-Prop-Songs jenes Albums ausdrückte. Auf der neuen Scheibe nun philosophiert Leah über ihre und unsere Position im Universum, zieht sich dabei weitestgehend auf ihr Innenleben zurück und kommt letztlich zu dem Schluss, dass wir weitestgehend alleine - und eben nicht in Kontrolle sind. Oder wie es Bob Dylan einst in "Every Grain Of Sand" formulierte: Ein Sandkorn aus der Hand des Schöpfers.

Obwohl Leahs Spiritualität allgemeiner gefasst ist: Ihre spirituelle Mutter ist die Natur. Und der sind wir als Menschen ja zunehmend konkret ausgeliefert - wie Leah in ihrem neuen Song "The Next Curse", der unter dem Eindruck der Waldbrände an der Westküste entstand, deutlich macht. Einhergehend mit dieser philosophischen Erkenntnis, die Leah in poetisch codierten Lyrics mit einer gehörigen Portion Mystizismus artikuliert, ging die Erkenntnis, dass sich solcherlei Fundamentales nicht einhergehen kann mit einer Bewahrung des musikalischen Status Quo. Ergo machten sich Leah, Bassist Kyle Bann und Drummer Will Gorin Gedanken darüber, wie sie ihr ursprüngliches Grunge-Rock-Konzept aufbohren könnten, um den zunehmen anspruchsvolleren Gedankengängen Leahs ein geeignetes Äquivalent entgegenstellen zu können - und kamen dabei auf die Idee, entsprechend zunehmend anspruchsvollere Songs zu schreiben, diese in Sachen Melodien, Arrangements, Dynamik und Atmosphäre mächtig aufzubohren und dabei auch Leahs vielfältigen, weniger offensichtlichen Inspirationsquellen wie etwa Fingerpicking, Memphis Soul, Piano-Pop, Folk oder Gospel oder Raum zu geben. Das Ergebnis ist eine stilistisch perfekt ausbalancierte, majestätisch dahinfließende Power-Pop-Scheibe mit hohem balladesken Anteil und jeder Menge potentieller Hits geworden.


-Ullrich Maurer-


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