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Margo Cilker - Pohorylle

Margo Cilker - Pohorylle
Thirty Tigers
Format: LP

Gerta Pohorylle war eine Fotografin mit jüdischen Wurzeln, die auf der Flucht vor den Nazis als Kriegsberichterstatterin im spanischen Bürgerkrieg (unter ihrem Pseudonym Gerda Taro) auf Seiten der Linken tätig war - und insofern als tragische Figur in die Geschichte einging, dass sie als erste Frau als Kriegsfotografin von der Front berichtete und dort auch umkam. Außerdem gibt es eine Rucksack-Marke namens Pohorylle - was vielleicht auch als Inspiration für den Titel herhalten könnte, denn Margo Cilker ist eine weitgereiste Troubadourin und Songwriterin aus Oregon, die ihre Erinnerungen statt mit einer Kamera mit ihren Songs festhält. Und wenn sie da eine Verbindung zum Metier der Kriegsberichterstattung sieht, dann insofern, als dass sie das Leben wohl als eine Art Krieg sieht. Darauf jedenfalls deuten ihre auf vielen Ebenen funktionierenden Lyrics hin, in denen sie die nicht immer sehr schönen Erlebnisse, Beobachtungen und Begegnungen ihrer rastlosen Reisen zusammenträgt und hinterfragt.

Musikalisch ließ sich Margo von ihrer Produzentin Sera Cahoone beraten, die ihr ein zeitloses Americana-Setting auf den Leib schneiderte, und dabei weniger mit klassischen Country-Klischees hantierte, als vielmehr mit einem folkigen Southern-Flair (bis hin zu einem musikalischen Ausflug ins Dixie-Milieu von New Orleans in dem Sing "Tehachapi"). Bevor Margo dieses Album in Angriff nahm, war sie bereits jahrelang als Troubadourin und Live-Musikerin in den USA und Europa unterwegs - weswegen dem Material eine Souveränität und Selbstverständlichkeit innewohnt, die anderen Debüt-Alben eben abgehen. Dabei half es natürlich (war aber nicht ausschlaggebend), dass Margo der Allstar-Band mit Musikern aus dem Umfeld von Acts wie den Decemberists, Son Volt, Jesse Sykes, Beirut, Neko Case oder Laura Gibson nicht groß erklären musste, worauf es bei der musikalischen Umsetzung ankommt. In der Presse wird Margo - wohl aufgrund ihres Alt-Timbres - gerne mit Lucinda Williams verglichen. Fans des Genres werden indes auch gewisse Parallelen zum emotionalen Ansatz einer Courtney Marie Andrews heraushören können. Songwriterisch und performerisch braucht sich Margo Cilker aber eigentlich nun wirklich hinter niemandem zu verstecken.


-Ullrich Maurer-



 
 
 

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