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Tonträger-Review
 
Dean Wareham - I Have Nothing To Say To The Mayor Of L.A.

Dean Wareham - I Have Nothing To Say To The Mayor Of L.A.
Double Feature/Bertus
Format: LP

Dean Wareham hat ja noch nie einen Hehl daraus gemacht, woher er seine Einflüsse und Inspirationen bezieht (hauptsächlich aus dem Warhol'schen New Yorker Schmelztiegel der 70er und 80er Jahre nämlich). Deswegen war es für ihn vermutlich auf der kreativen Seite eher ein Problem, als er vor einigen Jahren seinem Sohn von New York an die Westküste folgte. Nicht, was die Quantität seines Outputs betraf - denn zusammen mit seiner Frau Britta Phillips, mit seiner wiedervereinigten Band Luna, als Filmkomponist und mit zahlreichen Kollaborationen war er selbst in der Pandemie stets präsent und aktiv. Nur konnte er sich lange Zeit offensichtlich nicht dazu aufraffen, eine Sammlung neuer Songs für sich selbst zu schreiben. "Vielleicht ist es einfach zu sonnig in L.A." begründet Wareham das in seiner aktuellen Bio. Sei es drum: Vermutlich auch um die lange Wartezeit seit seines letzten, selbst betitelten Longplayers von 2014 wettzumachen, legte er sich insbesondere als Songwriter dieses Mal mächtig ins Zeug, und suchte sich eine Reihe interessanter Referenzen aus Literatur, Kunst, Politik und der Musikwelt, die eben nicht an seine derzeitige Umgebung an der Westküste gebunden sind.

So tummeln sich der "geblacklistete" Schauspieler John Garfield, Norman Mailer, Autor Julian Barnes, Eleanor Marx (die jüngste Tochter von Karl Marx), Regisseur Richard Kern oder die Schriftstellerin Zadie Smith unter den Figuren, die entweder seine Songs bevölkern oder die Inspirationen dafür lieferten. So schrieb er innerhalb kürzester Zeit eine um zwei Coverversionen (darunter Scott Walkers "Duchess") erweiterte Sammlung neuer Originals, die - sowohl in erzählerischer, wie auch inhaltlicher Hinsicht - sicherlich zu seinen stärksten zählen. Natürlich kommen auch aber auch wieder Deans musikalische Vorlieben aus der NY-Zeit zum Tragen und so finden sich wieder jede Menge intelligent kombinierter und harmonisch stets überraschende Gitarrenriffs, die er zusammen mit Britta, seinem Kumpel und Produzenten Jason Quever und Drummer Brogan in gewohnt schluffig torkelnder Manier liebevoll dahinschrammelt. Was Dean Warehams Solo-Arbeiten musikalisch von jenen etwa mit seiner Band Luna unterscheidet, ist auch in diesem Fall, dass er weitestgehend auf Rock-Elemente verzichtet, dafür aber auf ein - durch Keyboards und preiswerte Elektronik angereichertes - heiteres, poppiges und unaufgeregt pulsierendes musikalisches Slacker-Setting setzt. In der Kombination zahlt sich das aus, denn das neue Werk ist schlicht "all killer no filler".


-Ullrich Maurer-



 
 
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