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Sinead O'Brien - Time Bend And Break The Bower

Platte der Woche

KW 23/2022


Sinead O'Brien - Time Bend And Break The Bower
Chess Club/Rough Trade
Format: LP

Kein Wunder, dass der momentan angesagteste Indie-Produzent Dan Carey an der Produktion des Debüt-Albums der irischen Poetin, Songwriterin und Musikerin Sinead O'Brien beteiligt ist - denn er hat auch schon für Kae Tempest seine Hände ins Feuer gehalten, die zur Zeit die prominenteste Stimme in Sachen Wort und Musik ist. Denn Sinead O'Brien ist in erster Linie eine Wortkünstlerin und betrachtet ihre Musik eher als Vehikel, ihre Poesie an die Hörer heranzutragen. Um ihre mit hübschen Allegorien angereicherten, mystisch/verquasten, esoterisch/spirituell angehauchten Selbstfindungs-, Empowerment- und philosophisch ausgerichteten, feministischen Wortschwalle effektiv präsentieren zu können, hat sie sich erstens mit dem Gitarristen Julian Hanson und dem Drummer Oscar Robertson zusammengetan, die mit ihren Riff-orientieren, hypnotisch pulsierenden und treibenden Backingtracks eine bemerkenswert rockorientierte Grundlage für Sineads ganz eigene Art des Sprechgesangs bilden und zweitens entwickelte sie für diesen Sprechgesang eine ganz eigene Ästhetik, die dem Gesangs-Anteil ihrer Kunst wieder eine ganz neue Bedeutung beimisst. Sei es, dass sie die Vokale melodisch langzieht und somit ihre Diktion nicht alleine nach dem rhythmischen Flow ausrichtet - oder aber, wenn sie in Tracks wie "The Rarest Kind" oder "There Are Good Times Coming" tatsächlich singt - und damit gefühlsmäßig deutlich auf den Spuren von Patti Smith unterwegs ist - besonders mit Bezug auf den musikalischen Dialog mit ihren Musikern.

Dass sie möchte, dass die Leute zu ihrer Musik tanzen, sagt Sinead - und das dürfte nun wirklich kein Problem sein, denn die Band kann nicht nur rocken wie bekloppt, sondern auch grooven wie der Teufel. "Spare For My Size, Me" etwa ist Death-Disco par excellence. Ohne Frage schreiben Sinead und ihre Musiker im Buch der Punk-Poesie mit ihrem bemerkenswert effektiven, mitreißenden und letztlich sogar songorientiertem Ansatz eine ganz neues Kapitel.


-Ullrich Maurer-


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