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Melody's Echo Chamber - Emotional Eternal

Platte der Woche

KW 17/2022


Melody's Echo Chamber - Emotional Eternal
Domino/GoodToGo
Format: LP

Es liegt zwar nicht so auf der Hand - aber wer sich durch die Unzahl an aktuellen Indie-Veröffentlichungen durchkämpft, dem wird schon mal aufgefallen sein, dass die interessantesten, spannendsten und kreativsten Produkte aus diesem Umfeld zur Zeit nicht (wie früher üblich) aus dem Schrammelpop, Postpunk oder Rock-Umfeld kommen, sondern aus dem, was man gemeinhin als Psychedelia beschreiben könnte. Auch Melody Prochet hat sich dieser Gattung mit Herz, Haut und Haaren verschrieben. Anders als viele ihrer Kolleg(inn)en aus dieser Richtung hat sie sich dabei aber nicht der klassischen, gitarrenorientierten, Riff-betonten US-Variante verschrieben, sondern wandert auf dezidiert europäischen Pfaden. Wie schon ihr letztes Album "Bon Voyage" von 2018 spielte sie ihr neues, autobiographisch geprägtes Album "Emotional Eternal" in Stockholm mit dem Multiinstrumentalisten Reiner Fiske und dem auch als Produzenten tätigen Fredrik Swahn (The Amazing) ein und achtete dabei streng darauf, dass sich ihre französischen Roots in - dieses Mal erstaunlich lebhaften, druckvollen - Gainsbourg-Bassläufen, französischen Texten, verhallten Ye Ye-Vocals mit 60s Dreampop-Flair und dezidiert chansonesquen Harmoniefolgen zum Ausdruck zu bringen.

Hat man sich erstmal an Melodys mädchenhafte Stimme gewöhnt, gibt es eine Vielzahl spannender Details zu entdecken. Wer unbedingt auf musikalische Referenzen angewiesen ist, der wird hiermit auf Marion Brunettos Projekt Requin Chagrin verwiesen - das mit einer ganz ähnlichen Ästhetik flirtet. Dass Melody es dabei von vorneherein darauf anlegte, dieses Mal eine lebensbejahende Scheibe anzugehen, hört man dem Album nun wirklich in jeder Sekunde an. Melody hatte einige wichtige Entscheidungen in ihrem Leben getroffen (unter anderem Mutter zu werden), die dazu führten, dass sie heute mit sich im Reinen ist, was unter anderem dadurch deutlich wird, dass Melodys Musik zwar lebhafter bzw. lebendiger ist als bislang gewohnt, aber niemals aggressiv, sondern irgendwie ausgleichend und friedlich. Kurzum: Wer nach lebendiger psychedelischer Popmusik mit einer dezidiert kontinentalen Note sucht, der wird bei Melody Prochets drittem Longplayer sicherlich fündig werden.


-Ullrich Maurer-


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