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Hater - Sincere

Platte der Woche

KW 18/2022


Hater - Sincere
Fire Records/Cargo
Format: LP

Um Musik zu feiern wie jene, die das schwedische Indie-Pop-Quartett Hater macht, wurde Gaesteliste.de dereinst ins Leben gerufen! Es geht dabei um eine zeitgemäße Version des klassischen, psychedelischen Dreampop-Sounds wie er Mitte/Ende der 90er vor allen Dingen in England seine Blütezeit erlebte. Damit ist nicht die weichgespülte, von Synthie-Sounds durchzogene, verhallte Klangwolken-Version gemeint, die heutzutage oft mangels eines anderen Begriffes als "Dreampop" bezeichnet wird, sondern die ursprüngliche, druckvolle, Rock-basierte Abart bei der vorzugsweise mädchenhafte Damen-Vocals, pulsierende Bassläufe, polternde, treibende Rhythmen, moll-lastige Düster-Gitarrenakkorde bzw. Kling-Klang-Gitarren und eine Prise psychedelischen Flairs für die notwendige Bodenhaftung sorgen. Bereits mit den Vorgänger-Alben "You Tried" und "Siesta" legten Caroline Landahl und ihre Jungs diesbezüglich ordentlich vor - übrigens ohne das jemals deutlich wurde, woher der irreführende Namen ihres Projektes "Hater" herrührte; denn zu hassen gab und gibt es da weder aktiv noch passiv schlicht überhaupt nichts.

Ganz im Gegenteil: Die Musik von Hater ist stimmungsmäßig sogar stets besonders ausgeglichen und pendelt zwischen bittersüßem Drama, bodenständiger Melancholie und positiv besetzter Versöhnlichkeit durchaus variantenreich hin und her. Keine gute Band, die nicht in der Weiterentwicklung die Triebkraft für ihr Tun sähe: Im Falle des trefflich betitelten neuen Albums "Sincere" ist diese besonders prägnant. Mit einem erfolgreichen US-Abstecher und zwei neuen Bandmitgliedern im Gepäck kehrten Caroline & Co. in die heimischen AGM-Studios in Malmö zurück, wo auch ihr Debütalbum entstand und erweiterten den bis dahin eher poppigen Gesamtsound der Band mit Hilfe von Soundengineer John Cornfield in eine insgesamt psychedelischere, spielfreudig implementierte, rockigere Richtung, bei der auch das Stilelement des Feedbacks vorsichtig eingesetzt wurde. Kurzum: Hater 2022 klingen dann mehr nach My Bloody Valentine als etwa nach Lush - das sind aber Spitzfindigkeiten, die nur für interessierte Spezialisten von Belang sind, denn "Sincere" begeistert Zielgruppen-übergreifend schlicht mit großartigen Songs, einem knackigen Sounddesign und einem schlüssigen Spannungsbogen. Dass das Ganze auf dem kultigen Psychedelia-Label Fire Records stattfindet, ist dabei das schlüssige konzeptionelle Sahnehäubchen.


-Ullrich Maurer-


Video: "Bad Luck"
Video: "Something"

 
 
 

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