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Grant-Lee Phillips - All That You Can Dream

Grant-Lee Phillips - All That You Can Dream
Yep Roc/Bertus
Format: LP

Mit seinem letzten Album "Lightning, Show Us Your Stuff" fand Grant-Lee Phillips 2020 Pandemie-bedingt - zu einem reduzierten, akustisch geprägten musikalischen Setting, das seine - wie gewohnt brillant konstruierten Songs - in einem Lichte erstrahlen ließ, wie es wohl kaum mit einer konventionell inszenierten Scheibe möglich gewesen wäre. Da die Pandemie bekanntlich noch andauerte und ein weiteres Jahr ohne die Möglichkeit, zu touren im Raume stand, entschied sich der Meister, für das Nachfolgewerk dann wieder in diesem Setting in seinem Haus in Nashville zu arbeiten. Da Phillips dabei inhaltlich aber eher die Stimmung während der Lockdowns verarbeitete, anstatt sich wie mit den Songs des Vorgängers, die noch vor der Pandemie entstanden waren, mit seinem Familienleben zu beschäftigen, ist es erklärlich, dass das neue Album dann eine eher gedämpfte Angelegenheit geworden ist. Grant-Lee bezeichnet es als eine "Meditation dieser Phase seines Lebens und der Ereignisse, die wir gemeinschaftlich durchlebten".

Go figure: Fröhlich wird es dieses Mal also nicht - zumal die Inspirationen für die ohrenscheinlich introvertiert/persönlichen Songs von konkreten Hekatomben wie dem Sturm auf das Kapitol, die Pandemie, dem Brand von Notre Dame und der Migrantenproblematik im Süden der USA inspiriert wurden, die Phillips - Philosoph, der er ist - zudem in globalhistorische Zusammenhänge stellt. Der Titel des Albums - "All That You Can Dream" bezieht sich folgerichtig nicht auf Träume, die man sich erfüllen kann, sondern auf die, die man sich zusammendichtet, wenn man die Welt in sein Haus lässt, ohne dieses zu verlassen. Musikalisch ist das Werk jetzt vielleicht nicht besonders aufregend angelegt - was aber wohl dem nachdenklichen Tenor des ganzen Projektes zuzurechnen ist. Schlechte Songs schreibt Grant-Lee Phillips deswegen aber noch lange nicht.


-Ullrich Maurer-



 
 
 

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