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Lera Lynn - Something More Than Love

Lera Lynn - Something More Than Love
Icons Creating Evil Art/Rough Trade
Format: LP

Vorerst nur im Stream, ab August aber ggf. auch physikalisch, liegt nun das neue Album der inzwischen in Nashville lebenden Songwriterin Lera Lynn vor. Wie schon das letzte Werk "On My Own" wurde dieses unter Pandemie-Bedingungen weitestgehend von ihr alleine fertig gestellt und herausgebracht. Kurz vor der Pandemie hatten sich Lera und ihr Partner Todd Lombardo ja noch eine Europa-Tour geleistet und im Prinzip hätte das 2020 auch weiter gehen sollen - aber wir wissen ja, was dann passierte. Im diesem Fall kam noch eine weitere unerwartete Entwicklung hinzu - als nämlich Lera unerwartet schwanger wurde, obwohl man ihr zuvor attestiert wurde, dass sie gar keine Kinder bekommen könne.

Sei es drum: Das nun vorliegende Album steht inhaltlich ganz unter dem Thema "Mama sein" und zeigt auf der musikalischen Seite eine bemerkenswerte Weiterentwicklung, die Lera auf der Suche nach eigenen musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten jenseits der klassischen Americana-Schiene in Bereiche führt, die sie zuvor (auch auf "On My Own") bestenfalls nur gestreift hatte. Das liegt nur teilweise daran, dass sie die Instrumente selbst einspielte, sondern eher daran, welche Mittel sie zur Umsetzung wählte. Beispielsweise scheinen die meisten Stücke auf dem Bass komponiert zu sein und überraschen mit düster getweakten Keyboard-Flächen, Electronica, coolen Gitarreneffekten und kreativ gesetzten, ungewöhnlichen Akkord- und Harmonie-Folgen. Vor allen Dingen aber hat sich Lera als Sängerin enorm weiterentwickelt und führt den Hörer mit souliger, bluesiger und in Songs wie "In A Moment" oder "You Are Not Your Own" sogar mit jazziger Eleganz durch ihre neu entdeckten Klangwelten. Bei der Suche auf Amazon werden so beispielsweise Nancy Sinatra, Marianne Faithfull oder Amanda Shires als alternativen Kaufempfehlungen angeboten. Und das sind ja alles Künstlerinnen, die - wie Lera - eigene musikalische Wege jenseits aller Klassifikationen suchen. Lera ist in dieser Hinsicht sehr erfolgreich, denn jeder einzelne der 11 neuen Tracks funktioniert ungeachtet des gewählten Settings sowohl für sich alleine als auch - gesanglich getragen von Leras hypnotischem Gesang - im Kontext mit den anderen. Mit dem Umstand, dass Lera dieses Mal auf klassische Americana-Elemente fast vollständig verzichtet und sich eher sogar einer europäisch geprägten Sound-Ästhetik annähert, werden nur solche Leute Probleme haben, für die früher grundsätzlich sowieso immer alles besser gewesen ist.


-Ullrich Maurer-



 
 
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