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Why Bonnie - 90 In November

Why Bonnie - 90 In November
Keeled Scales/Cargo
Format: LP

Zwar kommen die Mitglieder des Quintetts Why Bonnie aus New York und Texas - und einen Moment lang dachten Bandleaderin und Songwriterin Blair Howerton und ihre Musiker auch darüber nach, das Debüt-Album in Kalifornien einzuspielen. Dann aber setzte sich indes die Erkenntnis durch, dass dieses nur in Texas geschehen könne, denn - und das wird auch in Howertons dezidiert persönlich gefärbten und auf das texanische Ambiente zugeschnittene Lyrics deutlich - Why Bonnie betrachten sich als texanische Band. Obwohl Blair aber Townes Van Zandt und Blaze Foley als songwriterische Vorbilder nennt und Texas ja sozusagen als Wiege der Roots-Rock-Musik gilt, ist "90 In November" keineswegs eine klassische Americana-Scheibe geworden. Das liegt daran, dass sich die Mitglieder von Why Bonnie über ihre gemeinsame Liebe zu Dreampop und Alt-Rock zu ihrer musikalischen Berufung fanden.

Obwohl also der eine oder andere Song - etwa das beinahe poppige "Galveston" oder der mächtig pulsierende Slacker-Rocker "Sharp Turn" - fast schon konventionellen Rock-Guidelines folgen, ist in den restlichen Tracks eine gewisse Verweigerungshaltung zu erkennen, die sich in sperrigen, abrasiven Gitarrensounds, flachen Melodiebögen und minimalinvasiven Akkordfolgen äußert, denen sich eben viele Indie-Acts der Credibility wegen verpflichtet werden. Unter dem Strich indes bieten Why Bonnie viel Schönes: Zum Beispiel ist Blair eine versierte Texterin, die ihre persönlichen Beobachtungen mit topographischen Details, spirituellen Aphorismen und griffigen Metaphern gleichermaßen in einen aktuellen Kontext setzt. Und dann ist sie auch eine angenehm einfühlsame Sängerin, die tatsächlich auch in den flacher angelegten Songs noch veritable Melodiebögen findet. Und besonders attraktiv ist dabei der Umstand zu werten, dass neben der angesagten Indie-Ästhetik, die z.B. in dem Titeltrack des Albums bedient wird, dann eben auch noch die texanische Bodenhaftung und ein entsprechend erdiges Klangbild im Rockmäntelchen zum Tragen kommenl


-Ullrich Maurer-



 
 
 

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