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Lissie - Carving Canyons

Lissie - Carving Canyons
Lionboy/The Orchard
Format: LP

Also Schluchten irgendwo hineinzutreiben, dauert ja ganz schön lange. Vielleicht soll das auch ein Sinnbild dafür sein, dass "Carving Canyons" das erste Lissie-Album mit neuem Material seit ihrem 2018er Projekt "Castles" ist. Die Zwischenzeit - inklusive der Pandemie - war für Lissie eine Zeit, in der es nicht so viel zu sagen gab. Und so schürfte sie umso tiefer, um zum Grund vorzudringen, verarbeitete en passant auch noch eine Trennungsphase und kehrt nun mit "Carving Canyons" - auch musikalisch - wieder zu ihren Roots zurück. Die neuen Songs entstanden dabei zum Teil in der Isolation der Pandemie - aber teilweise auch in Nashville in Zusammenarbeit mit Kolleginnen wie Bre Kennedy, Madi Diaz, Morgan Nagler, Natalie Hemby, Kate York und Sarah Buxton. Das alles lässt sich auf dem neuen Werk nun auch heraushören.

Hatte Lissie spätestens mit ihrem Album "Castles" einen Weg in Richtung Keyboard-orientierter Pop-Musik eingeschlagen, so kehrt sie auf "Carving Canyons" wieder zu dem eher Gitarren-orientierten Folkpop-Ansatz zurück, mit dem ihre Karriere über ihr Durchbruchs-Album "Catching A Tiger" ab 2010 so richtig Fahrt aufgenommen hat. Dann hat "Carving Canyon" auch einen grundsätzlich melancholischeren Touch als Vieles, was bei "Castles" noch leichtfüßig daherkam. Es gibt aber auch eine trotzig/kämpferische Empowerment-Note, die zweifelsohne durch die schwesterliche Gemeinsamkeit mit ihren Songwriter-Kolleginnen (die auch als Sängerinnen unterstützend tätig werden) zum Ausdruck gebracht wurde. Dazu passen auch malerische Natur-Referenzen und universelle Aphorismen über den Lauf der Zeiten. Auf der musikalischen Ebene schmeißt Lissie auch nicht alle Erkenntnisse über Bord, sondern nutzt diese, um jedem Track ein eigenes musikalisches Mäntelchen überzustülpen und erschuf so (nicht zuletzt aufgrund der stimmlichen Ähnlichkeit zu Stevie Nicks und einer erkennbaren Hochachtung für den den organischen 70er-Sound von Fleetwood Mac) eine Art Lissie-Äquivalent des legendären "Rumours"-Albums. Für alle, denen die ganz frühe Lissie vielleicht zu rockig, die erfolgreiche zu flach, die poppige zu fröhlich und die Solo-Lissie von 2019 zu depressiv gewesen sein könnte, kommt dieses bemerkenswert schlüssige Album eigentlich gerade richtig.


-Ullrich Maurer-



 
 
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