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Tonträger-Review
 
Stella Sommer - Silence Wore A Silver Coat

Platte der Woche

KW 47/2022


Stella Sommer - Silence Wore A Silver Coat
Buback/Indigo
Format: LP

Als sich Stella Sommer 2018 mit der LP "13 Kinds Of Happiness" als Solo-Künstlerin freischwamm, erwarteten viele sicherlich eine englischsprachige Version dessen, was sie seit 2010 mit ihrer Kollegin Rabea Erradi als Die Heiterkeit auf Deutsch machte. Doch weit gefehlt: Zunächst noch mit überschaubarem Anspruch, spätestens aber mit dem grandiosen Album "Northern Dancer" von 2020 zeigte Stella echte Ambitionen, mit den Solo-Alben etwas ganz Eigenes auf die Beine stellen zu wollen. Dabei entwickelte sie bereits mit "Northern Dancer" eine solche Meisterschaft darin, songwriterische Emotionen in opulenten, aber keineswegs aufdringlichen Arrangements einzufangen und mit majestätischer Grandezza in melancholischen "Softrock-Balladen" zu verdichten, dass sie es wagen konnte, ihre nunmehr in Form einer Doppel-LP zusammengefasste neue Songsammlung auch gleich selbst zu produzieren.

Das macht auch Sinn, denn obwohl dadurch alle Songs mit denselben Parametern ausgestattet sind, führt gerade dieser Umstand dazu, dass die Nuancen der jeweiligen Kompositionen besonders effektiv zu Tage treten. Die Eckpfeiler - Stellas fast schon stoisch anmutender, sanftmütiger Klagegesang, die Dreampop-Chöre, die mit Orgel-, Streichern/Streichersamples und Mellotron erzeugte, organische Opulenz, die schnürsenkelige Rhythmusgruppe mit 60s Retro-Flair - bilden dabei das geeignete Backdrop für Stellas leicht eskapistisch anmutenden Ennui-Variationen. Interessant dabei übrigens ist das, was Stella nicht zu bieten hat: Wut etwa, laute Töne, erzählerisches Sendungsbewusstsein, Inbrunst oder plakative Wahrheiten. Stella predigt weder noch klagt sie an, sondern akzeptiert das, was ist - zwar mit poetischer Eleganz - als gegeben. Es ist da alles immer etwas weicher, vernebelter aber auch tröstlicher und gelassener als erwartet. Gerade diese Unaufdringlichkeit ist es dann, die - neben jeder Menge schlicht brillanter Kompositionen - dieses Album als schlüssiges Gesamtkunstwerk auszeichnet.


-Ullrich Maurer-


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