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Tonträger-Review
 
Gemma Ray - Gemma Ray & The Death Bell Gang

Platte der Woche

KW 03/2023


Gemma Ray - Gemma Ray & The Death Bell Gang
Bronzerat/Pias/Rough Trade
Format: LP

Nach einer längeren Auszeit und Babypause gibt es jetzt wieder mal ein neues Lebenszeichen der britischen Wahlberlinerin Gemma Ray - und zwar mit einer Art Zufallsprodukt. Die Sache war nämlich die, dass Gemma mit ihrem Prä-Pandemie-Album "Psychogeology" die Möglichkeiten ihres Noir-Indie-Retro-Pop-Mixes dann doch ziemlich ausgereizt hatte. Und da die Jahre der Pandemie auch für Gemma ziemlich ernüchternd ausgefallen waren, stand eigentlich außer Frage, dass sie für ein neues Projekt genau an ihrem letzten Album ansetzen würde. Es war dann eine Teestunde bei ihrem Studio-Nachbarn Ralf Goldkind, bei der Gemma und Ralf auf die Idee kamen, mal gemeinsam etwas zu machen und dabei dann auch etwas Neues auszuprobieren.

Es begann dann damit, dass Gemma und Ralf Sounds nach dem Readymade-Prinzip sammelten - also Aufnahmen von Aufnahmen, Soundideen und Song-Fragmenten; sowohl von Instrumenten, wie auch Gesang und Effekten - und hin und her schickten. Aus diesem Material wurden dann nach und nach Songideen herausgeschält, für die Gemma dann Texte schrieb und das alles wurde dann im Computer mit ihrem Gesang zusammengefügt. Ganz en passant entstand dabei eine eigenes Sub-Genre - denn bei diesem Verfahren konnten nun wirklich keine Pop-Songs mehr angepeilt werden. Das Ergebnis ist eine Art Kaputnik-Gospel, der von Gästen wie Kristof Hahn von den Swans und Drummer Andy Zammit organisch veredelt wurden. Mit diesem Konzept schien Gemma auf jene kreative Goldader gestoßen zu sein, die sie mit ihren bisherigen Mitteln einfach nicht erreichen konnte. Das liegt weniger daran, dass Gemma hier ihre besten Songs schrieb, sondern vielmehr daran, dass hier zahnradartig alles ineinander greift, Sinn macht und sich einfach richtig anfühlt. So singt Gemma ausgerechnet auf dieser Scheibe so schön wie nie, lässt sich vom Flow treiben anstatt zu versuchen, etwas zu erzwingen und überzeugt durch eine zurückhaltende Coolness, die ohne die üblichen Referenzen auf ihre Inspirationsquellen auskommt. Das ist einfach schlüssig und glaubwürdig und zeigt Gemma Ray von einer - auch für sie selbst - ganz neuen Seite.


-Ullrich Maurer-


Audio: "Come Oblivion"
Visualizer: "Procession"

 
 
 

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