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Fenne Lily - Big Picture

Platte der Woche

KW 15/2023


Fenne Lily - Big Picture
Dead Oceans/Cargo
Format: LP

Als Fenne Lily - damals noch als aufkeimende Mädchenfolk-Hoffnung - ca. 2017 von Bristol aus ihre musikalische Laufbahn einschlug, hätte sie sich vermutlich nicht ein Mal selbst vorstellen können, dass sie ein Mal zu einem regelrechten musikalischen Chamäleon werden würde. Tatsächlich ließ aber schon ihre erste LP "On Hold" von 2018 aufhorchen - denn da zeigte Fenne bereits, dass sie mehr konnte, als ihren Weltschmerz ins Mikro zu hauchen. Das zweite Album "Breach" setzte noch mal eins drauf und überraschte mit zum Teil abrasiven Rock-Sounds. Nun ist Fenne Lily von Bristol nach New York City umgezogen und präsentiert sich auf Album #3 mit einer neuen Facette ihres Tuns. Es mag damit zusammenhängen, dass sich Fenne für die Produktion des Albums mit dem Produzent du Jour Brad Cook in dessen Studio in North Carolina zusammen tat, um ein geeignetes Setting für die neuen Songs ihres "Pandemie-Projektes" zu finden, das "Big Picture" ein besonders geschlossenes Bild einer Künstlerin zeichnet, die mit sich soweit ganz im Reinen ist. Denn Cook hat ein sicheres Händchen dafür, gerade für weibliche Songwriterinnen (wie zuletzt Suki Waterhouse, Snail Mail, Hand Habits, Hurray For The Riff Raff, Jess Willamson oder Waxahatchee) eigenständige Soundscapes zu erschaffen, die diese selber noch gar nicht erkundet hatten.

Für "Big Picture" entwickelten Fenne und Brad nun ein Setting, das in mehrerlei Hinsicht an die Arbeiten der Cowboy Junkies oder Weather Station erinnert - was unter anderem daran liegt, dass die Art, auf die Fenne hier singt, dem unterschwellig unter die Haut gehendem Gesangsstil von Margo Timmins und/oder Tamara Lindemann timbremäßig und die Harmonieführung betreffend sehr nahe kommt. Musikalisch entwickelte Cook ein relaxtes, locker groovendes, transparentes und oft semi-akustisch ausgeführtes Setting, das viel Raum für eben diesen Gesang lässt. Laute Töne braucht Fenne offensichtlich zur Zeit nicht mehr - einfach wohl deswegen, weil es auf "Big Picture" nicht darum geht, wütend irgendetwas anzuklagen oder gegen Neurose anzusingen, sondern darum, die ausgeglichenen Aspekte der angesprochenen Themen wie die Akzeptanz von Zweifeln, der Endlichkeit oder von Verlustängsten zu betonen. Am Wichtigsten ist dabei aber, dass wir hier Fenne Lily von einer ganz neuen Seite kennenlernen - und zwar von einer sehr schönen, ausgeglichenen, versöhnlichen und musikalisch sehr ansprechenden und stimmigen.


-Ullrich Maurer-


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