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Tonträger-Review
 
Logan Halstead - Dark Black Coal

Logan Halstead - Dark Black Coal
Thirty Tigers/Membran
Format: LP

Logan Halstead empfiehl sich als neuer Wonderboy in Sachen Americana-Songwritertum, der in seinen Songs von den Umbilden und Mühsalen der einfachen Leute in seiner appalachischen Heimat in der Provinz von West Virginia erzählt. Das tut er mit großem Nachdruck, äußerst anschaulich und sehr authentisch - und mit den klassischen Zutaten aus Folk und Country-Vibes, die diese Gegend musikalisch prägen. Es gibt dabei nur eine Sache, die nicht so ganz zu passen scheint: Den Titeltrack seines Debüt-Albums "Dark Black Coal" schrieb Halstead mit 15 und zur Zeit der Aufnahmen des Albums war er gerade mal 17. Es ist dann schon ein wenig seltsam, wenn er die Erlebnisse von Charakteren schildert, die 30 Jahre älter sind, als er selber.

Dass die Sache dennoch funktioniert - und nicht etwa ins Spekulative abdriftet - liegt an drei Dingen: Logans Stimme klingt mindestens 30 Jahre älter als er selber; er griff als Inspirationsquellen nicht auf die Gründerväter zurück (denn er hatte ja noch gar nicht genügend Zeit, sich in der Musikhistorie zurückzuarbeiten), sondern auf Zeitgenossen, die wie er selber ein Faible für die Fabulierkunst der Folkies haben und er versicherte sich der Mitarbeit des nichtbinären Genre-Spezialisten Lawrence Rothman, der zuletzt Amanda Shires, Margo Price produktionstechnisch unter die Arme griff (und zu neuen musikalischen Ufern führte) und Lucinda Williams, Angel Olsen oder Marissa Nadler als Gastsängerinnen beschäftigte. Im Falle von "Dark Coal" ging es allerdings nicht darum, etwas hinzuzufügen, sondern die Songs Logans im Rick Rubin'schen klangtechnisch ohne Effekte oder Elektrizität auf das Notwendigste einzudampfen - was der ganzen Produktionen ein eindringliche Unmittelbarkeit verleiht, die dazu führt, dass man Halstead sozusagen auf der Frontporch-Treppe sitzen hört. Außer dass Logan Halstead nun wirklich nichts macht, was nicht schon mal in dieser Hinsicht ausprobiert worden wäre, gibt es an diesem Debüt nichts auszusetzen.


-Ullrich Maurer-



 
 
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