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komparse - Lieder über die Sehnsucht

komparse - Lieder über die Sehnsucht
unserallereins
Format: CD

Früher waren es Tom Liwa oder Tilman Rossmy, die mit dieser eigenen Art von schluffig/stoischen Poesie-Liedermaching neue Maßstäbe setzen - heute sind das Gisbert zu Knyphausen, Niels Frevert oder eben komparse. Immer klein geschrieben, da er sein Alter Ego vermutlich selbst nicht so wichtig nehmen will wie seine Musik. Deswegen kommt der Kölner Bodo von Zitzewitz (so sein richtiger Name) auch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher, sondern erzählt einfach so aus seinem Leben - und klingt dabei immer ein bisschen müde. Aber mehr so in dem Sinn, dass er keinen Wert darauf legt, sich jubilierend vor Begeisterung zu überschlagen. Diese gesangliche Zurückhaltung hat auf der musikalischen Seite den merkwürdigen Effekt, dass sich seine stolpernden Up-Tempo-Momente durch spröde Eleganz und seine balladesken Passagen durch ambientmäßige Ambivalenz auszeichnen. Ein richtiger Rocker oder Popper ist komparse also nicht. Will er aber auch gar nicht sein - genauso wenig übrigens wie ein singender Comedian, was ihn schon mal auszeichnet. Stattdessen ergeht sich komparse in zeitgemäßer, romantischer Poesie ohne Reimzwang. Unterstützt von seiner Labelkollegin Frau Pauli, Bassist Henning Neuser und dem Elektronik-Spezialisten Tarel Zarroug macht komparse ansonsten alles alleine - was für Ordnung und Effizienz sorgt. Interessant auch das zugrundeliegende Krebsgang-Konzept, mittels derer Bodo dieses Projekt anging: Denn bevor komparse noch erste Songs schrieb, hatte er bereits den Titel des Albums und das Covermotiv in der Tasche. Und überhaupt: Wer Songtitel wie: "Julia Grimbeck und die Idee der Inszenierung eines romantischen Rätsels in der Hoffnung auf einen verzweifelten Lösungsansatz" ausdenkt (für ein Spoken Word Noise Instrumental von knapp 30 Sekunden Länge, wohlgemerkt), der kann ja schon mal grundsätzlich kein schlechter Mensch sein.


-Ullrich Maurer-



 
 
 

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