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Mitski - The Land Is Inhospitable And So Are We

Mitski - The Land Is Inhospitable And So Are We
Dead Oceans/Cargo
Format: LP

Ein bisschen seltsam drauf war Mitski ja immer schon. So begann sie ihre Karriere etwa als - auch musikalisch - beinhart agierende Indie-Musikerin mit einer gewissen kreativen Naivität und einer gesunden dilettantischen Einstellung die technischen Aspekte ihres Tuns betreffend. Dann entdeckte sie die Möglichkeiten elektronischer Mittel und entwickelte einen von abenteuerlich effektiven harmonischen und melodischen Einfällen geprägten Pop-Stil, mittels dessen sie spätestens mit dem Durchbruch-Album "Puberty 2" zu einem regelrechten Star der Indie-Pop-Szene wurde. Das steigerte sich dann immer mehr, bis sie mit ihrem letzten Album "Laurel Hell" endgültig zur massenkompatiblen Pop-Ikone aufstieg und zum Idol einer ganzen Generation therapiebedürftiger Teeny-Girls - nicht nur, aber hauptsächlich mit asiatischen Roots - wurde, die über Mitski und ihre Identität als Role-Model überhaupt erst zur Musik fanden.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache kommt Album #8 nun daher wie ein heilsamer Schock. Denn hier weitet Mitski ihre inhaltliche Angebotspalette in Richtung eines kritischen Kommentars zur Lage der Nation aus, die weit über die bisher dominierenden allgemeinen Empowerment-Statements hinausgeht. "The Land Is Inhospitable And So Are We" sei demzufolge Mitskis amerikanischstes Album geworden - so die Auteurin. Geringeren als Mitski hätte das schon gereicht - doch sie geht gleich mehrere Schritte weiter und warf das bisherige musikalische Konzept über Bord, ließ die Synthesizer und Drumcomputer im Reisegepäck und schloss sich stattdessen mit einer Band im Studio ein, um zumindest die Basistracks in Form ihrer früheren Konzerte einzuspielen. Auch dabei blieb es nicht: Unter Beibehaltung ihres unverkennbaren Gefühls für melodische Wege, die noch nie eines Menschen Ohr erforscht hat, nutzte sie die Ressourcen, die sich durch ihren Erfolg als Popstar ergeben hatten, um das neue Material mit Orchesterarrangements, American Cosmic Psychedelia, riesigen Chorarrangements, Bläsersätzen und klassischen Country-Elementen zu einer wahrhaft epischen American-Opera aufzublasen. Und womit? Mit Recht. Denn mit diesem Album schließt Mitski in musikalischer Hinsicht - auch handwerklich und songwriterisch - auf die Riege prägender Kolleginnen der alternativen Songwriter-Szene auf - wie z.B. Weyes Blood oder Angel Olsen, aber halt ganz im Mitski-Modus. Mal sehen, wie sich das auf ihre Karriere als Teenie-Idol auswirkt, denn recht anspruchsvoll, vielschichtig und komplex - aber eben auch in jeder Hinsicht brillant - ist das dann doch schon alles geraten.


-Ullrich Maurer-



 
 
 

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