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Jenn Champion - The Last Night Of Sadness

Platte der Woche

KW 41/2023


Jenn Champion - The Last Night Of Sadness
Gay Forever
Format: CD

Alles was recht ist: Mit dem Thema "Tod" hat sich schon lange niemand mehr so elegant und irgendwie sympathisch beschäftigt, wie das die aus Los Angeles stammende Songwriterin und neuerdings auch Produzentin Jennifer Hays auf ihrem zweiten E-Pop-Album unter ihrem aktuellen Moniker Jenn Champion tut. Gleich mehrfach informiert uns Jenn auf dem Album "The Last Night Of Sadness" in Songs wie "Good Bad News", "Graves" oder "Millionaires" darüber, dass wir ja nun mal alle sterben müssen (auch wenn sie das in dem Song "Well Played" dann wieder in Frage stellt), beobachtet Menschen beim Sterben, schildert die Folgen, die das für die Hinterbliebenen hat - und findet dabei Wege sich mit diesem schwierigen Thema zu arrangieren. Beispielsweise indem sie in dem anrührenden Track "Jessica" den OD-Tod der besagten "Stupid Dead Jessica" thematisiert oder in "Happy Birthday" einer Person, die - against all odds - ein weiteres Jahr überlebt hat, zum Geburtstag gratuliert... vielleicht sogar sich selbst, denn Jenns Resümée ist, dass es sich lohnt zu leben und die Kleist'sche Lösung eben keine ist. Nebenher spendiert sie uns mit den Tracks "Famous" und "28" authentische Selbstportraits und schildert mit dem zu Tränen rührenden "Love Song (Think About It)" die Geschichte einer tragischen Liebesbeziehung.

Überhaupt "Geschichte": Man darf nicht vergessen, dass es sich bei diesem Projekt erneut um eine E-Pop-Scheibe handelt (während Jennifer in ihren früheren Projekten "Carissa Weird" und "S" eher in Sachen Schrammelpop unterwegs war). Es ist dann aber das bewusst gewählte, auf das Notwendigste reduzierten musikalische Setting, bei dem sich Jenn Champion meistens mit einem einzigen Backing-Element zufrieden gibt (oft in Form einer klassischen Piano-Ballade), das das Storytelling Jenns in seiner ganzen Bandbreite zugänglich macht. Dabei gelingt es Jenn, ihre Songs als detailreiche musikalische Short-Stories mit authentischen Charakteren zu inszenieren, die den Hörer zum Zuhören und Mitfiebern animieren. Eine Club-Scheibe, wie das Vorgänger-Werk "Single Rider" ist "The Last Night Of Sadness" trotz einiger pulsierender Bassläufe und gedämpfter Beats nun wirklich nicht geworden. Eher ein letztlich tröstliches Storyteller-Album mit melancholischem Dreampop-Flair.


-Ullrich Maurer-


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