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The Clockworks - Exit Strategy

Platte der Woche

KW 46/2023


The Clockworks - Exit Strategy
Life And Times Recordings/Rough Trade
Format: LP

In den ersten Reviews des famosen Debütalbums von The Clockworks übertreffen sich die Pressevertreter bereits gegenseitig mt ihren Lobeshymnen - "A modern suburban Shakespearean opus", hieß es in einer! -, doch das aus guten Grund. Auf "Exit Strategy" gelingt es dem ursprünglich aus Irland stammendem Quartett, mit unbändiger Energie und smarter Lyrik, die politischen wie sozialen Wirren des Hier und Jetzt mit Wucht und Köpfchen in Töne und Worte zu übersetzen. Ohne Zweifel musikalisch inspiriert von der Vergangenheit und vom Tenor des Punkrocks, verharren James McGregor (Gesang, Gitarre), Sean Connelly (Gitarre), Damian Greaney (Drums) and Tom Freeman (Bass) dennoch nie bei der Kopie ihrer Helden und zeigen mit einem betont zeitgeistigen Anstrich, dass die Verehrung für The Clash und ein Faible für Artic Monkeys durchaus Hand in Hand gehen können.

Auch wenn die Liebe zum Post-Punk hier wie schon auf der letztjährigen EP "Endgame" den Ton angibt, sind The Clockworks klanglich nicht mit Scheuklappen unterwegs. Vielleicht auch dank der Unterstützung von Produzent Bernard Butler schleichen sich auch hier und da ein paar Britpop-Referenzen ein, wenn die Band bruchlos Jangle-Gitarren und dissonantere Klänge zusammenfließen lässt. Tatsächlich darf man sich einbilden, dass in der ungestümen Art, mit der die vier Melodiosität und Power vereinen, der Geist des ersten Suede-Albums nachhallt.

Textlich zeichnen The Clockworks auf ihrem Erstling ihre eigene Geschichte nach, die sie auf der Suche nach neuen, besseren Möglichkeiten vom beschaulichen Galway nach London geführt hat: Seite 1 der LP thematisiert die Vergangenheit auf der grünen Insel, Seite 2 die Gegenwart in der britischen Metropole. Die Texte strotzen dabei nur so vor ungefilterter Authenizität und sind leidenschaftlich und nachdenklich stimmend zugleich, wenn sie die sozio-politischen Probleme, mit denen sich (nicht nur) die Arbeiterklasse der in der Gegenwart konfrontiert sieht, in Songs wie "Mayday, Mayday (I Need A Payday)" in den Fokus rücken. Auch wenn The Clockworks wissen, dass sie als Band, die Platten und Konzertkarten verkaufen will und sich dafür aller gängigen Mittel bedient, mittendrin im Teufelskreis stecken, werden sie auf "Exit Strategy" nicht müde, den Finger auf die Wunde zu legen, wenn es beispielsweise in "Never Is Never Enough" um die Tücken von Konsum, Social Media und das allgemeine Gefühl eines wachsenden Unbehagens geht.

Dass dennoch die Botschaft nie wichtiger ist als die Form ist, unterstreicht der heimliche Hit "Bills And Pills", der trotz seines anklagenden Kommentars zur Misere des Gesundheitswesens der vielleicht ohrwurmigste Track der LP ist. Fazit? Angetrieben von einem scheinbar grenzenlosen Selbtbewusstsein, gelingt The Clockworks mit "Exit Strategy" eines der bemerkenswertesten Debütalben des Jahres: ein echter Traumstart!


-Carsten Wohlfeld-


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