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Torres - What An Enormous Room

Platte der Woche

KW 04/2024


Torres - What An Enormous Room
Merge Records/Cargo
Format: LP

Zuweilen fragt man sich ja unweigerlich, wie Künstlerinnen wie Mackenzie Scott im richtigen Leben so drauf sind. Seit nunmehr zehn Jahren präsentiert sich Mackenzie unter dem Künstlernamen Torres als ein einziger Ausbund an Konzept, Persona, philosophischem Unterbau und künstlerischer Vision. Dabei hat der "Wahnsinn", mit dem sie auch ihr nunmehr vorliegendes, sechstes Album "What An Enormous Room" zum erneuten Male zu einer ziemlich einzigartigen künstlerischen Errungenschaft formt, Methode. Früher - so verriet es uns Mackenzie einst - sei es ihr nur darum gegangen, möglichst ungefiltert authentisch rüberzukommen. Irgendwann war ihr dann aber klar geworden, dass man die Zuhörer mit diesem Konzept auf Dauer nicht alleine lassen sollte - und so sucht sie seitdem nach Möglichkeiten, auf der kreativen Ebene neben der Eklektik auch das Element der Unterhaltung mit einzubeziehen.

Eine der Techniken, die sie auf der produktionstechnischen Ebene dazu einsetzt, ist das Bemühen, den ursprünglichen Klang von Instrumenten durch den Einsatz von Effekten, Midi- und Computertechnik so zu verändern, dass dieser am Ende überhaupt nicht mehr herauszuhören ist. Eine Technik, die sie auf dem neuen Album - auf Gitarre, Bass und Keyboards (die sie alle auch selbst spielt) - akribisch implementiert. Viele der Tracks wie "Life As We Don't Know It", "Wake To Flowers", "Artificial Limits" oder "Collect" scheinen dabei auf dem Bass geschrieben worden zu sein - aber das spielt keine besonders große Rolle, denn in der Kombination aller Bestandteile kommt am Ende ein ziemlich einzigartiger Wall Of Sound dabei heraus, der im interessanten Kontrast zu dem dieses Mal fast sanftmütigen Gesang und den verstiegenen melodischen Bemühungen von Torres steht. Ja und wie ist Mackenzie Scott wohl drauf? Einen gewissen Eindruck davon vermitteln die Lyrics, in denen sie sich auf fast schon banale - wenngleich sprachlich kraftvolle Weise und ansatzweise manischer Intensität - als eine von uns outet und über dieselben Sorgen, Ängste, Nöte und Umstände in ihrem Umfeld Gedanken macht, die uns auch plagen. Eine Ausnahme ist die Empowerment-Hymne "Collect", mit der sie sich gleich als Todesengel platziert, der die Rechte der Unterdrückten einfordert. "Wanna know what's next? Colossal success!" heißt eine Textzeile. Das ließe sich auch als prophetische Vermutung auf das ganze Album übertragen. Julien Baker - die für Torres die aktuelle Bio verfasste - sieht das auch so und empfiehlt das Album als "unglaublich gute Musik", die man sich demzufolge auch gut anhören könne.


-Ullrich Maurer-


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