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Sandra Kolstad - Soft Hard

Platte der Woche

KW 11/2024


Sandra Kolstad - Soft Hard
Nordic
Format: CD

Aufgrund dessen, dass sich die norwegische Musikerin Sandra Kolstad auf ihrem siebten Album wieder dem Klavier als jenem Instrument zuwendet, mit dem sie ihre wechselvolle Laufbahn startete - und die oft in ihren Klangwelten dominierenden elektronischen Elemente eher zur Unterstützung als zum Selbstzweck heranzieht -, ergibt sich zwangsläufig erneut eine stilistische Richtungsänderung. Nachdem sie sich zuletzt in Sachen Theaterkomposition, Club-Sounds, Pop und Disco versuchte, ist "Soft Hard" eher ein Kook-Pop Album mit Referenzen an Kate Bush oder Tori Amos geworden. Interessant ist dabei die Attitüde, mit der sich Kolstad der Auseinandersetzung mit ihrem Haupt-Instrument nähert; nämlich als eine Art Hassliebe. Daher rührt auch der Titel des Albums - eine wörtliche Übersetzung des Begriffes "Pianoforte" ins Englische. An guten Tagen sei das Piano ihr Freund gewesen, sagt Kolstad - und an schlechten eben ihr Feind.

Das macht sich musikalisch dann weniger durch wirklich krasse Gegensätze bemerkbar als vielmehr kompositorisch - denn hier legte Kolstad größten Wert auf abwechslungsreiche, detailreiche Strukturen und auskomponierte Melodien. Und inhaltlich erklärt die Gute den Ansatz dann in dem ersten, auch als Single ausgekoppelten Song "Unlearning", in dem sie davon spricht, dass sie erst ein Mal alles habe vergessen müssen, um dann mit der so gewonnenen Freiheit einen neuen Zugang zu ihrem Instrument habe finden können. Im Titeltrack räumt sie dann ein, dass auch sie selber voller Widersprüche und Gegensätze ist - wie eben auch ein "Pianoforte". Dabei ist "Soft Hard" aber keine abstrakte Konstruktion geworden, sondern ein vollblütiges, zugängliches Pop-Album, wie wir es in den besten Momenten von einer der interessantesten skandinavischen Künstlerinnen auch erwartet hätten. Unterstützen ließ sich Sandra dabei von Kolleg(in)nen wie Yngve Sætre, Hanne Hukkelberg, dem dänischen Pop-Künstler Asbjørn Terkelsen und Erlend Mokkelbost, die ihr sowohl musikalisch wie produktionstechnisch unter die Arme griffen.


-Ullrich Maurer-


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