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Tonträger-Review
 
Brother Dege - Aurora

Brother Dege - Aurora
Prophecy/Soulfood
Format: LP

Im Rückblick ist es natürlich von tragischer Konsequenz, dass Quentin Tarantino ausgerechnet den Song "Too Old To Die Young" des Südstaaten-Slide- und Dobro-Bluesers Brother Dege von dessen 2010er Album "Folk Songs Of The American Longhair" für den Soundtrack des Films "Django Unchained" auswählte - und dieser Fakt dann als Promotion für das nun erscheinende Album "Aurora" verwendet werden sollte, denn wie die Musiker seiner Band The Brethren eine Woche vor der Veröffentlichung des sechsten Albums verkündeten, verstarb Dege Legg (so sein richtiger Name) plötzlich und unerwartet im Alter von 56 Jahren.

Musikalisch spielt das zum Glück aber nun wirklich überhaupt keine Rolle, denn obwohl der Mann aus Louisiana auch auf diesem Album ein Faible für düstere Folk-Themen, klassische Blues-Vibes und mystische Noir-Sounds pflegt, ist da keineswegs eine Art von Todes-Ahnung zu spüren. Wie auch: Eine Tour für den April und Auftritte bei SXSW waren schon fest gebucht. Musikalisch läuft Dege auf "Aurora" zur Höchstform auf. Indem er hauptsächlich auf den typischen Sound von Dobro- und Resonator-Gitarren setzt, setzt er sich zugleich von rein elektrischen Swamp-Bluesern wie z.B. Tony Joe White ab. In selbstironischen Songs mit Titeln wie "A Man Needs A Mommy" oder "Loser's Blues" bedienen Dege und seine Band so ziemlich alle Schattierungen des Swamp-Blues - wenngleich mit einer gehörigen Portion Folk- und Folklore und einer gewissen cinematischen Grandezza, bei der Dege aber nur selten auf seine Erfahrungen als Rock- und Band-Musiker zurückgreift, die er vor seiner Laufbahn als Solo-Musiker 15 Jahre lang sammelte. Tatsächlich gehörte Dege zu den sanftmütigeren Vertretern seiner Zunft - auch wenn auch auf "Aurora" ein "gefährlicher" Unterton in seinem larmoyanten Gesang mitschwingt. Das Label entschloss sich, an der Veröffentlichung des Albums zum jetzigen Zeitpunkt festzuhalten, weil davon auszugehen ist, dass das ganz im Sinne von Brother Dege gewesen sein dürfte.


-Ullrich Maurer-



 
 
 

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