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Alex Henry Foster - Kimiyo

Alex Henry Foster - Kimiyo
Hopeful Tragedy
Format: Digital

Der Versuch, den kanadischen Künstler Alex Henry Foster irgendwie mit Kategorien oder Labels greifen zu wollen, muss schon von vorneherein deswegen zum Scheitern verurteilt sein, weil der Mann so vollständig von seiner Muse, seinen Emotionen, seiner Psyche, seiner Spiritualität und seiner Inspiration gesteuert wird, dass da keinerlei Kalkül - oder so etwas wie ein Masterplan - unterstellt werden darf. Nachdem sein letztes Projekt - das Album "Windows In The Sky" - auf dem er sich mit dem schwierigen Verhältnis zu seinem zuvor verstorbenen Vater auseinandersetzte - ihn mehrere Jahre beschäftigt hatte und er aufgrund einer Herzerkrankung eine Ruhepause einlegen musste, ist sein neues Projekt eine Art Neuanfang.

"Kimiyo" ist dabei der erste Teil einer größer angelegten, multimedialen Präsentation namens "Voyage á la mer", die dann auch noch aus einem Film gleichen Namens, einem zweiten Album namens "A Measure Of Space And Sounds" und einer Performance besteht, die eine öffentliche Gesprächsrunde, musikalische Improvisationen als "Angelegenheit aus Blitzen und anderen Strömungen" beinhaltet. Das Album "Kimyo" entstand dabei nicht mit Fosters aktueller Live-Band The Long Shadows, sondern in Kollaboration mit der japanischen Künstlerin Momoka und Fosters Freund Ben Lemelin. Erste Elemente entstanden bereits auf einem Trip nach Japan, den Foster 2010 unternahm und der angeregt wurde von der Korrespondenz mit einem japanischen Fan, der sich letztlich das Leben nahm. Und worum geht es? Laut Alex symbolisiert das Album "die grundlegende Verbindung, die Einzelpersonen und Gemeinschaften mit Wasser pflegen, den Beginn der Zeit, rituelle Pilgerfahrten, Erlösungsprozessionen, Reinigung, die Inkarnation im Zusammenhang mit dem Fluss des Lebens, Geburt und Tod, den Übergang ins Leben nach dem Tod, Übergang und Wiedergeburt". Schade nur, dass man davon nur dann etwas mitbekommt, wenn man des Japanischen mächtig ist, denn da Alex nach seiner Herz-OP noch nicht wieder singen kann, übertrug er diese Aufgabe Momoko, bat sie aber, das in ihrer Muttersprache zu tun - und damit ihre Interpretation des gemeinsamen Projektes zu realisieren. Musikalisch basiert das Ganze wie gewohnt auf Improvisationen, die indes aufgrund des fehlenden Band-Kontextes sehr minimalistisch ausgefallen sind und sich oft auf ein einziges, von Soundscapes unterlegtes Piano-Motiv beziehen. Kurzum: Dieses Album entzieht sich bis auf weiteres einer Kategorisierung und Wertung. Mal sehen, wie sich das auf den anstehenden Live-Shows von Alex Henry Foster im Sommer auswirken wird.


-Ullrich Maurer-



 
 
 

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