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Tonträger-Review
 
Lucy Kruger & The Lost Boys - A Human Home

Lucy Kruger & The Lost Boys - A Human Home
Unique/Schubert/Rough Trade
Format: LP

Gerade waren Lucy Kruger & The Lost Boys auf großer internationaler Tour mit dem aktuellen Album "Heaving", auf dem die in Berlin lebende Südafrikanerin verstärkt mit elektronischen Elementen gearbeitet hatte, die im Live-Kontext zu einem ganz neuen Aspekt im musikalischen Nachtschattenuniversum Krugers geführt hatten. Bei den Gesprächen zu eben jenem Album tat sich Lucy schwer, zu erklären, wie es zu dieser Hinwendung eigentlich gekommen war. Das wird jetzt erst im Nachhinein deutlich, denn das nun vorliegende Album "A Human Home" enthält eine Sammlung von Songs, die Lucy während der Lockdown-Phasen der Pandemie in ihrer Berliner Wohnung konzipierte. Das heißt: Dieses Material ist vor "Heaving" entstanden, wodurch "A Human Home" zu einer Art "Let It Be" von Lucy Kruger wurde. Auf dem Album beschäftigte sich Lucy konzeptionell mit dem Thema des Begriffes "Heim" - als sie feststellte, dass die Einrichtungsgegenstände in ihrer Wohnung durch äußere Umstände wie Zeit, Temperatur und nicht zuletzt menschliche Berührungen ein gewisses Eigenleben entwickelt hatten, das ihr zuvor nicht bewusst gewesen war. Grob gesagt ist das Thema von "A Human Home" die Erkenntnis, dass ein Heim sich nicht über den Ort definiert, an dem man sich aufhält, sondern über die Interaktion mit anderen Menschen.

Musikalisch ist jenes Album dann als Übergangs-Werk zwischen Lucys vorletztem Album "Teen Tapes (for performing your own stunts)" und eben dem "Heaving"-Album zu sehen, denn während der Produktion der Songs zwischen 2020 und 2021 arbeitete Lucy nicht mehr alleine mit der Gitarre, sondern machte sich fit in Sachen Distanz-Recording, Elektronika, Loops und Samples und begann, diese Elemente in das Songwriting mit einzubinden und letztlich dann - unter Einbeziehung von Sprachnotizen und Voice-Recordings - Collagen-artig zusammenzufügen. Der Patchwork-Charakter dieses Albums macht sich dann auch strukturell bemerkbar, denn die Tracks sind fragmentarischer und atmosphärischer angelegt als vieles, was Lucy zuvor alleine mit der Gitarre und danach mit Mitteln der Elektronik ausprobiert hatte. Kurzum: "A Human Home" ist eher Missing Link als dass es eine Weiterentwicklung des Kruger-Sounds darstellte.


-Ullrich Maurer-


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