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Spock's Beard - Snow

Spock's Beard - Snow
InsideOut
Format: CD

Ihre Veröffentlichungen kamen immer schon wirkmächtig und bedeutungsgeladen wie Konzeptalben daher, nun haben sie im zehnten Jahr des Bandbestehens ihr erstes gemacht - und als Belohnung für's Warten gleich ein Doppel- bzw. in der limitierten Auflage sogar ein Dreifachalbum. Der Bedeutung des Ereignisses entsprechend ist schon reichlich vorab über "Snow" geschrieben worden: Neal Morse-Kumpel Mike Portnoy (Dream Theater) hatte beispielsweise in der französischen Schwesterausgabe des Rock Hard - jener Bildzeitung der Headbanging-Fraktion - sekundiert, "Snow" sei mit "The Lamb Lies Down On Broadway" oder "Tommy" in einem Atemzug zu nennen. Darüber würde man sich mit Mike ja gerne noch einmal in 30 Jahren unterhalten...

In der Zwischenzeit aber sei angemerkt, dass beispielsweise das Intro wie Extro der Scheibe ("Made Alive") in der Tat stark Genesis verpflichtet ist und dass das Gesamtopus vom Anspruch her vielleicht "Tommy" ähnelt, melodisch aber The Who's "Quadrophenia" noch näher zu stehen scheint. Und den mächtigsten Einfluss scheint unsereinerwelchem hier tatsächlich "Sergeant Pepper" bzw. ganz generell die Beatles zu stellen ("Long Time Suffering", "Open The Gates Pt. 2", "Wind At My Back", "I'm The Guy", das beim Rhythmus sogar "I'm The Walrus" belehnt und vor allem das wunderbare ""4th Of July", das sogar ein richtiges George Harrison-Gedenk-Solo hat).

Sei's drum. Dieser 115-minütige Brocken taugt ohnehin nicht für Schnellschüsse, für den muss man sich Zeit nehmen, das fordert die sich teilweise nur mühsam erschließende, teils aber auch überraschend poppige Musik ganz automatisch ein. Die Stücke gehen weitgehend ineinander über und verleihen auf stark unterschiedliche Weise der Geschichte des albinotischen Wunderheilers Snow Gehör. Das geht von zartestem, wunderschönstem "Bridge Across Forever"-Stoff ("Reflection") über süsslichem Radiopop ("Carie", gesungen von Drummer Nick D'Virgilio) bis hin zu kantigem Rocksperrfeuer ("I'm Dying"). Und der gute alte Spockbärtehumor grinst erfreulicherweise auch häufig um die Ecke, so etwa bei der herrlichen Keith Emerson-Hommage "Ladies And Gentlemen, Ryo Okumoto On The Keyboards". Ein opulenter Happen zeitgenössischer Musik mit progressivem Momentum.



-Klaus Reckert-



 
 
 

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