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Tonträger-Review
 
Bright Eyes - Feevers And Mirrors

Bright Eyes - Feevers And Mirrors
Saddle Creek/EFA
Format: CD

Wirklich selten ist es, dass ein Songwriter all sein persönliches Elend über seine Zuhörerschaft ausschüttet ohne irgendwie unwürdig und lächerlich zu wirken. Der 20jährige Conor Oberst aus Nebraska ist einer, dem das zumindest auf weiten Strecken gelingt. Mit eindringlicher zitternder Stimme singt er auf seinem Album "Feevers And Mirrors" von Enttäuschung, Eifersucht und Selbsthass und zeichnet mit beklemmenden Metaphern das Bild eines gehetzten, traumatisierten Loosers. Und das seltsame daran ist: Man kann ihm dafür nicht einmal böse sein. Das ist teils auf die außergewöhnliche musikalische Umsetzung zurückzuführen. Nicht etwa folkige Betulichkeit herrscht hier - wie man erwarten könnte - vor, sondern eine Mischung von akustischem Lofi Pling-ploing, bombastischen Synthiklängen und teils panisch anmutendem Aktionismus in der Rhythmusgruppe, auf die am besten das Adjektiv durchgeknallt passt. "Fevers And Mirrors" ist so voller innerer Widersprüche, dass man sich die ganze Zeit fragt: Meint der das ernst, will der seine Zuhörer zum besten halten oder amüsieren? Das Album ist von einer gewissen sperrigen Vielschichtigkeit geprägt, die seinen eigentlichen Reiz ausmacht. Am deutlichsten wird das bei einem (fiktiven?) Radio-Interview, das in einen der letzten Songs integriert ist und das so volle beklemmend peinlichem Dialog steckt, dass man nicht weiß, ob Conor Oberst sich wünscht, dass wir ihm über die Straße helfen, oder eher, dass wir ihn vor das nächste Auto schubsen.


-Dirk Ducar-



 
 
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