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Eric Clapton - One More Car, One More Rider

Eric Clapton - One More Car, One More Rider
Reprise/WEA
Format: 2CD/DVD

Dass das Cover der neuen Eric Clapton-Doppel-Live-CD aussieht, wie für den Second-Hand Markt gemacht, hat seinen Hintergrund: Wenn man genau nachschaut, ist dies eine Parodie auf die in den USA sehr populären EC-Comics. EC = Eric Clapton - get it? Auf diesem Level spielt sich auch ungefähr das musikalische Geschehen ab. Clapton ist ja immer dann am besten, wenn er möglichst dicht am Blues bleibt. Insofern macht es auch Sinn, dass er auf dieser Scheibe ungewöhnlich viele originäre Blues-Tracks versammelt hat. Indes: Da man sich entschloss, einfach beliebige Arenen-Konzerte mitzuschneiden, verpufft dieser Ansatz im Nichts. Es hat fast schon etwas Komisches, wenn - wie im ersten Drittel - der Meister zur akustischen Gitarre greift und losbluest und dann auf einmal die Cinerama-All-Star-Band mit Dolby Surround, Special Effects, vielen aufgeblasenen Keyboards und einem unerträglichen Mainstream-Mix einsteigt. Das wird besonders dann schlimm, wenn Clapton seine Pop-Hits à la "Tears in Heaven" einstreut - hier gibt sich niemand die Mühe, diese als etwas anderes erscheinen zu lassen, als massentaugliche Wegwerf-Ware. "Reptile" - der chronologisch neueste Track ist schlicht und ergreifend Easy Listening pur. Lediglich auf der zweiten CD kommt so etwas wie Begeisterung bei der Band auf - dann nämlich, wenn Billy Preston, Andy Fairweather-Low oder David Sancious bei den alten Cream-Klassikern "Badge", "Sunshine Of Your Love" oder den Clapton-Dauerbrennern "Cocaine" und "Layla" auch mal ihre Zähne zeigen dürfen. Auch, wenn es nur die dritten sind - denn all diese Stücke gibt es selbstredend auch in wesentlich definitiveren Versionen. Fast witzig hingegen geriet der Ausklang mit "Over The Rainbow" als gemütlicher Blues-Swing. Dazu gibt's noch zwei Videos von der DVD. Vielleicht sollte sich Clapton mal überlegen, mit einer jüngeren Band zu spielen - sonst bekommt er nicht mal mehr aus Gewohnheit einen Grammy.

Die gleichnamige DVD hingegen enthält ein Stück mehr als die Doppel CD ("Will It Go Round In Circles") und die Option auf drei verschiedene Tonformate, darunter DTS. Auch wenn es keinerlei Features gibt - nicht einmal die Stücke werden eingeblendet - sollte man sich also für diese Variante entscheiden, wenn man mit dem Kauf des Produktes liebäugelt. Denn außer dass man Onkel Eric so besser als bei jedem Live-Konzert zu sehen und zu hören bekommt, haben DVDs ja aufgrund der Aberwitzigkeit des greinenden Marktes den Vorteil, dass sie unter Umständen wesentlich günstiger als eine CD (geschweige denn eine Doppel-CD) sind...



-Ullrich Maurer-



 
 
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