Gaesteliste.de Internet-Musikmagazin



SUCHE:

 
 
Gaesteliste.de Facebook RSS-Feeds
 
Tonträger-Archiv

Stichwort:
Platten der Woche anzeigen




 
Tonträger-Review
 
Black Box Recorder - Passionoia

Platte der Woche

KW 15/2003


Black Box Recorder - Passionoia
One Little Indian/Zomba
Format: CD

Mit dieser Scheibe meldet sich Luke Haines von den Auteurs eindrucksvoll mit seinem Side Project Black Box Recorder zurück. Und was er und seine Komplizen John Moore (Jesus & Mary Chain) und Sängerin Sarah Nixey hier machen, ist nichts weiter, als den elektronischen Pop-Song auf eine neue Ebene zu hieven. Wie Kollege Wohlfeld angesichts des musikalisch ähnlich ausgerichteten Technique-Projektes schon ganz richtig sagte: Es reicht nicht, einfach NUR nett zu sein. Und das ist "Passionoia" schon mal gar nicht. Ähnlich wie Chumbawamba überzeugen Haines & Co. hier durch unterschwelligen Anarchismus, der unter einer bauschigen Wolke von Schönklang vor sich hin schwelt. Kein Thema, das den Briten heilig wäre, welches hier nicht mit schneidendem Zynismus und beißendem Spott seziert würde: Pferderennen, Lady Diana, Superstar-Fernsehshows, Andrew Ridgeley - alles wird scharfzüngig durch den Kakao gezogen. Anders als viele andere, die ihre Tasteninstrumente bedienen, um etwa so preiswert populär zu werden, liegen die Interessen der smarten und ausgezeichneten Songwriter Moore und Haines aber wo anders: Hier komplimentiert die Subersivität der Musik in effektiver Weise das vorgetragene Wort. Sei es, dass die Songs stets dann, wenn man sich drauf eingeschossen zu haben glaubt, in atemberaubender Weise in geniale andere Richtungen abdrehen, sei es durch die ausgetüftelten Arrangements oder sei es, dass "British Racing Green" zu einer sympathischen, kongenialen Hommage an "A Day In A Life" mutiert (inkl. Ringo-Starr-Drum-Breaks). Dass die Sache trotz all dieser Kopfarbeit auch als leichtfüßige und angenehme Pop-Scheibe funktioniert, spricht für sich. Wenn man diesem Projekt überhaupt einen Vorwurf machen kann, dann vielleicht den, dass der Gag mit dem einleitenden Sprechgesang, den man auf etlichen Tracks findet, sich mit der Zeit totläuft. Das ist aber fast schon snobistisch.


-Ullrich Maurer-



 
 
 

Copyright © 1999 - 2021 Gaesteliste.de

 powered by
Expeedo Ecommerce Dienstleister

Expeedo Ecommerce Dienstleister