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Tonträger-Review
 
Jane Birkin - Arabesque

Jane Birkin - Arabesque
Capitol/EMI
Format: CD

Die Engländerin Jane Birkin hat gewiss eine eher der seltsamen Karrieren des letzten Jahrhunderts hinter sich. Als Frischling wurde sie Ende der 60er Jahre in das allgemeine Flower-Power-Tohuwabohu geworfen - zunächst als Ehegattin des Filmkomponisten John Barry, dann als Partnerin des Enfant Terrible der Nouvelle-Vague-Du-Pop Serge Gainsbourg. Bei uns bekannt ist diese Liaison lediglich aufgrund der Skandal Single "Je T'Aime Moi Non Plus". Was aber Fakt ist, ist dass diese Amour Fou trotz heftiger Höhen und Tiefen und der Trennung 1981 praktisch ein ganzes Leben lang anhielt (seine letzte CD, "Amour Des Feintes" von 1990 widmete Gainsbourg nochmals der Liebe seines Lebens). Kein Wunder also, dass die - nunmehr zur Grande Dame mutierte - Jane Birkin auf ihrem neuen Werk wiederum Bezug auf die Texte Gainsbourgs nimmt. Indes nur auf diese, denn musikalisch sind Gainsbourgs Klassiker, wie etwa das leicht frivole "Elisa" (die Nymphen waren Zeitlebens des Meisters Passion) in der vorliegenden Form kaum wiederzuerkennen. Birkin tat sich mit dem algerischen Geiger Amel Riahi el Mansouri und seinem Landsmann dem Perkussionisten Aziz Boularouq zusammen die gemeinsam mit dem Keyboarder Fred Maggi dann die etwa Atmosphäre eines schwülen Nachmittags in der Wüste evozieren, in der Jane Birkin tastend, brüchig und irgendwie desolat herumwandelt und nach den Schlüsseln des Paradieses (so ein Titel) sucht. Ein Teil der Faszination dieses Werkes liegt darin begründet, dass Jane Birkin niemals eine ausgebildete Sängerin war oder sein wollte. Dies verleiht ihrem nach wie vor naiven Vortrag etwas besonders verletzliches und letztlich menschelndes. Dieses live aufgezeichnete Szenario - unterbrochen von diversen Vorträgen und Gedichten - ist somit als geschmackvolle und originelle Hommage an Gainsbourg und letztlich auch an sich selbst zu verstehen (sie singt z.B. "Baby Alone In Babylone", einen Song, den Gainsbourg über sie schrieb). Für unsere Ohren mag die Kombination aus Afrikanischem und Frankophilen seltsam erscheinen, in ihrem Heimatland ist Jane Birkin aber ein gefeierter Star. Jedenfalls ist diese Scheibe ebensoweit von traditionellen französischen Chansons entfernt, wie dem, was uns als Franko-Pop ein Begriff sein mag - und das ist gut so.


-Ullrich Maurer-



 
 
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