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Tonträger-Review
 
Tiamat - Prey

Tiamat - Prey
Century Media Records
Format: CD

Wenn man in der richtigen Stimmung dafür ist, sind Tiamat-Alben eine sichere Mitschwing-Bank. Jenseits dieser glücklichen Fügungen wird man sich über viele Gestelztheiten von Johan Edlund & Co. allerdings entweder amüsieren oder ärgern. "Prey" hat das Potenzial, all dies in 55 Minuten Laufzeit zu evozieren.

Das Album wirkt durch die eingestreuten, kurzen instrumentellen Brücken und bruchlose Übergänge fast aller Stücke besonders durchkomponiert, auch wenn die Songs relativ stark variieren: Der "Fields Of The Nephilim"-SloMo-Rock von "Cain" wird durch das folgende Zwischenstück "Ten Thousand Tentacles" so abgebremst, dass das an Pink Floyds mittlere Phase erinnernde Intro zu "Wings Of Heaven" nicht aus den dunklen Träumen reißt. "Divided" führt uns mit gedankenschweren Flügelakkorden noch tiefer in die Finsternis. Doch mit "Carry Your Cross And I'll Carry Mine" wird dann leider der musikalische Tiefpunkt und Ausreißer von "Prey" erreicht. Eine nicht genannte Frauenstimme, Johan im tiefsten Basskeller und ein krachdämlicher Poprhythmus lassen die Nummer an die Crashtest Dummies in inniger Umarmumg mit Theatre of Tragedy erinnern - grusel! Die zweite Hälfte des Albums macht aber alles wieder gut, schon die nächste Bridge "Triple Cross" möchte man gerne mal über die Anlage eines ordentlichen Tanztempels hören, "Light In Extension" belegt, dass Tiamat den Kuschelgothmarkt, den sie erst möglich gemacht hatten, Him, Entwined & Co. doch nicht ganz allein überlassen werden.

Die folgenden fünf Kompositionen einschließlich des Titelstückes werden immer stärker und überzeugender, ziehen immer mehr in ihren Bann, ergeben zusammen so etwas wie die "Gothic"-Ausgabe von "Wish You Were Here". Dass dieser Eindruck kein Zufall ist, beweist spätestens das Gilmour-all-over atmende Gitarrensolo des großartigen, an ein Alistair Crowley-Gedicht angelehnten Closers "The Pentagram".



-Klaus Reckert-



 
 
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