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R.E.M. - In Time / In View - The Best Of R.E.M. 1988-2003

R.E.M. - In Time / In View - The Best Of R.E.M. 1988-2003
WEA
Format: 2CD/DVD

Dass es der Band leicht gefallen sei, die Songs für das erste offizielle Best-Of-Album zusammenzustellen, meinte Peter Buck zu der neuen Scheibe - und sagt damit etwas ganz anderes als die meisten Leute in seiner Position es getan hätten. Was auch damit zusammenhängt, das R.E.M. anders sind als vergleichbare Acts. Jemand hat es mal so formuliert, dass die Jungs - abgesehen vom ganzen Luxus, der ihnen heute zur Verfügung steht - vollkommen normal geblieben sind. Gerade diese Qualität schlägt sich ohne weiteres auch in der Musik des Trios (plus Gastmitgliedern) nieder. Hier gibt es weder das Kalkül noch den Größenwahn, den viele Superstars gemeinhin auszeichnen. Stets - so hat man das Gefühl - geht es zunächst mal um den Song - und alles andere ist Nebensache. Buck bezeichnet z.B. "E-Bow The Letter" als seinen Lieblings-Track - und das ist (obwohl Patti Smith mitsingt) mit die sperrigste und gewöhnungsbedürftigste Sache, die die Band je als Single veröffentlicht hat (es ist die Vertonung eines Briefes aus Stipes Jugendzeit, den dieser heute als unangenehm, aber notwendig betrachtet). Das ist der Mechanismus, nachdem auch diese Kompilation funktioniert - deren Titel übrigens eine Antwort auf das Album "Out Of Time" ist, mit dem für R.E.M. die Reise auf dem Karussell des Erfolgs so richtig begann. Deswegen wird die Phase von '82-'87 hier auch ausgespart - bis auf eine Ausnahme: Die neue Single "Bad Day" - eine bitterböse Abrechnung mit dem allgegenwärtigen Information-Overkill entstand bereits 1986 - fiel aber damals durchs Raster und wurde für diese CD neu eingespielt. Dazu gibt's noch den wirklich neuen Track "Animal", der bei den Konzerten im Sommer bereits positiv auffiel und "All The Right Friends" vom "Vanilla Sky"-Soundtrack. Und natürlich sind alle Hits der Band auf der Haupt-CD versammelt, die auch einzeln zu haben ist. Der wahre Grund, sich das ganze Werk zu besorgen, ist aber die zweite CD, die eine eklektische Sammlung an Live-Tracks, Demos und z.T. lang gesuchten Oddities enthält (z.B. das schwer zu bekommende "Revolution"). Mit "In Time" legt die Band einen vertonten Selbstfindungsprozess und ein schlüssiges Portrait (zumindest eines Abschnitts ihrer Karriere) vor - was somit weit mehr ist, als eine bloße Cash Cow zum Weihnachtsgeschäft. Es sei das erste Mal gewesen, dass man bei R.E.M. zurückgeschaut habe, meinte Michael Stipe - und das hat sich gelohnt.

-Ullrich Maurer-

Sehr lohnenswert ist auch das visuelle Pendant zur "In Time"-CD, passenderweise "In View" betitelt. Die DVD wartet mit einer anderen Reihenfolge als die der CD-Ausgabe auf, hier wird mit dem aktuellen Clip zu "Bad Day" gestartet und daraufhin eine Reise zurück bis in's Jahr 1988 gestartet (hinzu gesellen sich noch einig rare Videos zu "Tongue", "How The West Was Won...", "New Test Leper", "Bittersweet Me", "Lotus", das wundervolle "I'll Take The Rain", und auch ein kurzer Drei-Song-Live-Mitschnitt des Gigs am Trafalgar Square). Auf diesem Trip kann man sich optional noch vor jedem Clip ein kurzes Interview mit verschiedenen Band-Mitgliedern - in der Regel aufgenommen im Jahr des jeweiligen Videos - ansehen, wodurch man recht interessante Infos zu den einzelnen Songs erfährt. Der Sound wurde bei allen Songs auf einen sehr überzeugenden und passenden 5.1-Surround-Mix aufgepeppt, besonders gelungen ist dies bei "E-Bow The Letter", wo man meint, dass Patti Smith neben einem auf der Couch sitzt und ihren Part singt. Klasse! Überhaupt ist diese DVD von Anfang bis Ende eine Klasse für sich, denn neben großartigen Songs hatten R.E.M. auch immer dazu passende visuelle Untermalungen parat. "Nightswimming" (hier in der kompletten 8-Minuten-Clip-Version) und "Everybody Hurts" sind zwei Paradebeispiele dafür, wie perfekt man Song und Video kombinieren kann. Da passt einfach alles. So ist es auch kein Wunder, dass man die Tracks dieser DVD nicht einfach so durchskippen kann - man kann einfach nicht anders, als alles von Anfang bis Ende ohne Unterbrechnung anzuschauen, weil man sonst kleine Details in den Clips und den Songs verpassen könnte. Ganz genauso, wie es sein sollte.



-David Bluhm-



 
 
 

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