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Powderfinger - Vulture Street

Powderfinger - Vulture Street
V2/Zomba
Format: CD

Powderfinger werden daheim im Land der Känguruhs und Koalabären mit Auszeichnungen buchstäblich überhäuft. Für ihr letztes Album "Odessy Number Five" - das erste, das man hierzulande problemlos bekommen konnte - hagelte es Preise, u.a. für bestes Album-Cover, beste Band, beste Single (für das in der Tat sehr schöne "My Happiness"), bestes Album und und und. Die Verkaufszahlen sind entsprechend, und an ihnen gemessen sind die fünf Australier gar die erfolgreichste einheimische Rockband der letzten zehn Jahre. Ob sie diesen Status anderswo auch nur ansatzweise jemals erreichen werden, steht in den Sternen.

Für das neue Werk "Vulture Street" verließ man sich auf das Bernard Fannings Songwriting (angeblich sind 50 Songs im Vorfeld entstanden) in Kombination mit Nick DiDias Produktion. Gemischt hat das Album niemand geringeres als Brendan O'Brien, Stammproduzent bei Pearl Jam und kompetenter Mann an den Reglern bei Rage Against The Machine, Bruce Springsteen oder den Red Hot Chili Peppers. Alles sehr gute, quasi risikolose Vorzeichen, und in der Tat ist "Vulture Street" ein handwerklich astreines, hervoragend produziertes Rockalbum geworden, das insgesamt härter und rauer klingt als sein Vorgänger.

Das Album leidet jedoch daran, dass ihm der Spagat zwischen geschmackvollen Retro-Anleihen, wie man sie besonders in der sehr guten Gitarrenarbeit von Darren Middleton und Ian Haug gerne vernimmt, und radiotauglichen Melodien ("Don't Panic"), unglaubwürdigen Rockpos(s)en ("Rockin' Rocks", "On My Mind") und wenig ausdrucksstarken Songs nicht vollends gelingt. Und sowas tut dann bekanntlich weh. Gehässige Menschen könnten Powderfinger gar als australische Version der Stereophonics (oder noch schlimmer: von Matchbox 20) verunglimpfen, die Blues- und Southern-Rock zwar gehört, ihn aber nicht wirklich verstanden hat.

Letztendlich wird es so kommen wie es kommen muss: In Australien werden es noch mehr Preise sein, während es anderswo bei kleinen Club-Shows bleibt. Ob es Zufall ist, dass im Presse-Info ausgerechnet eine Zeile aus dem vielleicht besten Song der Platte, "A Song Called Everything", zitiert wird, die da lautet "We'll float away without a sound"?



-Christian Spieß-



 
 
 

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