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Morrissey - You Are The Quarry

Platte der Woche

KW 21/2004


Morrissey - You Are The Quarry
Attack Records/Sanctuary/Rough Trade
Format: CD

Nach sieben Jahren endlich das siebte Studio-Album von Steven Patrick Morrissey, dem Mann, der es immer wieder schafft, zugleich komisch und berührend zu sein, dem Mann, der Leben verändern kann. Mit seinen Geschichten, in denen man sich so wunderbar selbst wiederfinden kann. Gekleidet in Worte, die man nicht so oft zu Gehör bekommt, zumindest nicht in Song-Texten. Das war schon damals bei den Smiths so und setzt sich während seiner Solo-Karriere fort. Alleine deswegen ist Morrissey nach wie vor einer der besten Song-Texte-Schreiber aller Zeiten. Auf "You Are The Quarry" ist er bissig und einfühlsam wie eh und je, er hat absolut nichts verlernt. Er ist nicht - wie man vielleicht vermutet hätte - zu einem grummeligen alten Mann geworden, der nur noch Spott und Hohn übrig hat und wirres Zeugs von sich gibt. Er macht sich weiterhin Gedanken über seine Wahlheimat Amerika ("America Is Not The World"), über irisches Blut und englisches Herz, über eine Rückkehr nach Camden Town ("Where taxi drivers never stop talking / under slate-grey Victorian sky / here you'll find / despair and I"), darüber, keine seiner Taten zu bereuen ("I'm Not Sorry"), darüber, dass ihn eigentlich niemand kennen kann ("How Can Anybody Possibly Know How I Feel?"), darüber, dass er Jesus vergibt ("I Have Forgiven Jesus") - richtig gelesen: ER vergibt Jesus. Blimey! Morrissey darf und kann das. "The woman of my dreams / she never came along / the woman of my dreams / well there was never one" - das war schon immer so, und man kann es sich auch gar nicht anders vorstellen. Schließlich wollen wir leiden. Schließlich ist es die Wahrheit. Wie gesagt, Morrissey ist immer noch in Top-Form. Seine Band (die Gitarristen Boz Boorer und Alain Whyte, Bassist Gary Day und Drummer Dean Butterworth) unterstützt ihn dabei, bleibt aber eher unscheinbar im Hintergrund, auch deswegen, weil sich die Songs rein musikalisch betrachtet eher auf simplen Strukturen bewegen und den Worten und der Stimme den Vorrang lassen. Doch etwas ist sound-mäßig anders auf "You Are The Quarry" - die Platte beinhaltet eine gewisse frische und neue Dynamik, sie klingt sehr organisch - ähnlich wie auf "Viva Hate" und "Vauxhall And I". Das mag am Produzenten Jerry Finn gelegen haben, denn er konnte Morrissey davon überzeugen, die Songs gemeinsam mit der Band einzuspielen, und nicht nicht wie bei früheren Aufnahmen zuerst seinen Part einzusingen und den instrumentalen Teil der Band alleine zu überlassen. Roger Manning (Jellyfish) hat noch einige vintage Keyboard-Sounds eingestreut, die die Produktion weiter abrunden. Eindeutiges und unanfechtbares Fazit: Diese Platte verdient eine Parade!


-David Bluhm-



 
 
 

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