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Tonträger-Review
 
Badly Drawn Boy - One Plus One Is One

Platte der Woche

KW 26/2004


Badly Drawn Boy - One Plus One Is One
XL Recordings/Beggars Group/Indigo
Format: CD

Natürlich ist eins und eins genau genommen nicht eins - im übertragenen Sinne aber schon. Dann nämlich, wenn zusammenkommt, was zusammengehört und alles in der Summe eins wird. "One Plus One Is One" ist - musikalisch, inhaltlich und künstlerisch gesehen - die erste BDB-Scheibe, die zu 100% überzeugen kann. Bevor es jetzt mit Proteststürmen losgeht: Damon Gough ist unbestritten ein Genie - allerdings bisher immer ein erratisches. Die Vorgängeralben wiesen immer wieder Momente von großartiger Inspiration auf, verzettelten sich aber andererseits - wie BDB-Live-Shows, wo das aber seinen eigenen Reiz hat - in stilistischen Experimenten und Fragmenten, die den Gesamteindruck eher schmälerten. Nicht so hier. Nach den Kollaborationen mit Tom Rothrock ging Gough hier wieder zurück zu den Anfängen und bastelte mit seinem Kumpel Andy Votel wieder selber an den Songs. Diese mögen auf den ersten Blick unspektakulärer und weniger aufwendig arrangiert daherkommen - doch schon nach wenigen Minuten wird klar, dass genau das die richtige Entscheidung war. Die Stücke auf "One Plus One..." erscheinen wie aus einem Guss und es gibt - anders als noch auf der letzten Scheibe - nicht eines, das nach einer unnötigen Fingerübung aussieht. Auch die gefürchteten Gough-Fragmente sucht man hier vergebens. Das sind allesamt richtige, ausformulierte Stücke, die zudem eher lieber ausufern als etwa auf halber Strecke irgendwo im Nichts zu enden. Inhaltlich löst sich Gough dabei mehr von der Selbstbespiegelung und erklärt stattdessen lieber in allgemeinverständlicher Form intergalaktische Zusammenhänge. Dabei lässt er - vollkommen unpeinlich - von einem Kinderchor simple Mantren vortragen, spielt öfter Piano als bisher und vergreift sich auch an einem Spinett. Auch auf dieser CD gibt es Streicherarrangements - allerdings weniger überwältigendere und ergo effizientere als noch auf "Fish". Letztlich zählte dies nichts, wenn nicht Gough auch als Songwriter weiter gereift wäre, der seinen großspurigen (und meistens mit dem Schalk im Nacken vorgetragenen) Ansprüchen auch tatsächlich gerecht wird. "One Plus One..." ist jene perfekte BDB-Scheibe geworden, mit der wir spätestens seit "Hour Of The Bewilderbeast" ständig gerechnet haben. Gleichzeitig mit dieser CD erscheint übrigens Meister Goughs Video Collection auf DVD, die alle Videos des Meisters (inkl. der "About A Boy"-Serie) bis zu "Fish" enthält - und obendrein einige obskure Leckerbissen: BDB alleine mit einem Drumcomputer in Glastonbury, im Wald sitzend und den Eichhörnchen vorspielend und live im Wohnzimmer. Diesen Monat kann man sich wirklich bedenkenlos die volle BDB-Packung geben.


-Ullrich Maurer-



 
 
 

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