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Tonträger-Review
 
Devendra Banhart - Nino Rojo

Devendra Banhart - Nino Rojo
XL Recordings/Beggars Group/Indigo
Format: CD

Seine ersten Aufnahmen hat der 23-jährige Latino mit Wohnsitz in NYC angeblich auf Anrufbeantwortern abwesender Freunde gemacht. Als er vom "Young Gods" Chef Michael Gira entdeckt wurde, schickte der ihn zu einer Aufnahmesession in ein abgelegenes Landhaus. Dort wurden auf die Schnelle drei Duzend Songs aufgenommen, sehr trocken, sehr intim, sehr lofi. Devendra erzählt seltsame Geschichten, malt bizarre Bilder und verlässt sich dabei auf seine eindringliche Stimme, die er teilweise gefährlich nahe an der Schmerzgrenze vibrieren und quäken lässt. Dabei begleitet er sich mal zupfend mal schrammelnd auf der klassischen Gitarre. Das erinnert an Sixties Folk klingt dabei aber äußerst neu. Ein Teil dieser Aufnahmen hat uns vor einigen Monaten auf dem ziemlich gelungenen "Rejoicing In The Hands" erreicht, eine weitere Tranche ist auf dem vorliegenden Album enthalten.

Wieder wurden die meisten Aufnahmen - wenn überhaupt - nur mit spärlichen Overdubs versehen. Eine zweite Stimme und Gitarre, etwas Harmonica oder Violine, das ist schon hübsch, aber bereits hinlänglich bekannt und die derart reduzierte Formensprache, derer sich der Künstler bisher unterwirft, bringt eine gewisse Einseitigkeit mit sich. Erfreulicherweise wird in der zweiten Hälfte der Veröffentlichung mit einer größeren Besetzung experimentiert. Neben allerlei seltsamen Instrumenten, die hier und da als Solisten auftauchen, warten eine Hand voll Songs mit einer kompletten Band mit Piano, Kontrabass, Percussion, Bläsern und einem kleinen "Und jetzt alle"-Chor auf. Das ist ein lobenswerter Schritt in Richtung einer richtigen Entwicklung. Allerdings so richtig gelungen ist er noch nicht, denn das Material wird hier einfach mit zusätzlichen Schichten versehen. Zusätzlich eingewickelt sozusagen, der Inhalt bleibt im Prinzip der gleiche. Besondere Highlights sind dann auch eher unter den "klassischen" Stücken zu finden, allen voran "Little Yellow Spider", ein lustiges Liedchen, in dem sich Banhart parabelartig über die Wunder der Tierwelt auslässt: "Hey you little sexy pig, you did it with a man / Now you have a little kid with hoves instead of hands - oh no."



-Dirk Ducar-



 
 
 

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