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Tonträger-Review
 
Interpol - Antics

Platte der Woche

KW 40/2004


Interpol - Antics
Matador/Labels/EMI
Format: CD

Hatte man sich darüber gefreut, im Jahre 2002 ein so großartiges Album wie "Turn On The Bright Lights" von Interpol entdecken zu dürfen, könnte der erste Eindruck des Nachfolgers "Antics" eher enttäuschend ausfallen. Aber auch nur beim ersten Eindruck - "Antics" braucht eventuell einige Durchläufe, bis man einfach nicht mehr davon loskommt. Die düstere und doch angenehme Atmosphäre der Songs, die eindringliche Art des Gesangs, die perlenden Gitarren-Klänge umarmen den Hörer, schließen ihn in die Welt von Interpol ein und geben nur einige wenige vage Andeutungen auf eine mögliche Flucht. Doch will man eigentlich unbedingt vor einem fesselnden Gefühl flüchten?!?

Seit der Veröffentlichung von "Turn On The Bright Lights" waren Paul Banks, Carlos D., Daniel Kessler und Sam Fogarino scheinbar ständig unterwegs, die Gedanken an neue Songs wurden mit Sicherheit ständig von diversen Terminen unterbrochen, doch trotzdem merkt man es den Songs nicht an, dass sie in einer für die Band sehr hektischen Phase entstanden sind. Die Songs lehnen sich schon an die vom Debüt-Album an, doch führen sie die damaligen Ansätze weiter fort, die Atmosphäre ist teilweise noch dichter geworden, es wurde aber zugleich noch genügend Platz zum Atmen gelassen, man wird nicht erdrückt - wie es vielleicht schnell passieren könnte, wenn man einem Sänger wie Paul Banks begegnet, der diesmal noch eindringlicher seine Geschichten über die Liebe und allen Dingen, die auch damit zu tun haben, vorträgt. Auch mal weniger kryptisch als bisher, sondern direkt auf den Punkt gebracht: "The trouble is that you're in love with someone else / it should be me" (aus "C'Mere"). Sicherlich lassen sich die Vergleiche zur diversen 80s New Wave-Bands nicht vermeiden, doch als bloße Kopie gehen Interpol auch diesmal nicht durch. Sie nehmen die altbekannten Elemente, fügen neue hinzu und bleiben eigenständig. Mit Eleganz, Stil und einer gewissen filmischen Grundhaltung. "Antics" zeigt mal wieder überdeutlich, dass Musik immer noch eine Angelegenheit des Herzens ist, sei es gebrochen oder nicht.



-David Bluhm-



 
 
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