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Morcheeba - The Antidote

Platte der Woche

KW 19/2005


Morcheeba - The Antidote
Echo Label/Pias/Rough Trade
Format: CD

Es sind ja wahrlich schon geringere Bands an dem Umstand zerbrochen, dass ihnen die Sängerin weggelaufen ist und die kreativen Köpfe der Band ein Burn-Out zu verzeichnen hatten. Morcheeba scheinen indes durch so was zu wahrer Größe aufzulaufen. Jedenfalls haben sie ein probates Gegenmittel gefunden: Nach einer längeren Auszeit definieren sich Ross und Paul Godfrey mit einer neuen Sängerin - Daisy Martey von Noonday Underground - schlicht neu. Waren Morcheeba mit Frontfrau Syke Edwards noch der Inbegriff einer angenehm pflegeleichten Trip-Hop Band, so werden auf "The Antidote" ganz neue Geschütze aufgefahren. Das neue Werk ist so etwas wie eine Reflektion über den Gedanken, wie die 60s heutzutage klingen könnten, wenn sich seither außer technischen Möglichkeiten nichts entwickelt hätte.

Entweder liegt das daran, dass Daisy Martey klingt wie Grace Slick zu ihren besten Zeiten oder aber sie klingt umgekehrt so, weil die Musik ein wilder Cocktail aus psychedelisch angehauchten Hippie-Versatzstücken mit moderner Produktionstechnik geworden ist. Unverbindlich oder pflegeleicht ist das alles nicht (mehr), und das ist auch gut so. Denn was sich auf dem Papier vielleicht eher akademisch anhört, entwickelt sich - nicht zuletzt aufgrund einer ganzen Reihe ausgezeichneter Stücke, die die perfekte Basis für Daisys wandlungsreiches Organ darstellen - zu einer spannenden, abwechslungsreichen und bemerkenswert organischen Pop-Scheibe.

Es gibt kaum einen Track, der sich nicht als Single eignete und ein guter Teil davon kommt zudem mit einer Power daher, die man von Morcheeba bislang gar nicht gewohnt war. Natürlich gibt es nach wie vor keinen Hardrock, aber die phantasievoll arrangierten Stücke geraten doch zuweilen zu munteren Jam-Sessions, bei denen auch mal einfach so drauflosmusiziert werden darf. Und Daisy Martey lässt sich dabei tatsächlich auch richtig gehen. Das liegt sicher auch daran, dass die neuen Stücke nicht mehr im Computer zusammengeschraubt wurden, sondern möglichst live eingespielt wurden. Morcheeba 2005 sind jetzt auch amtlich eine richtige Band. Es wird immens spannend sein, zu erleben, was unter diesen Bedingungen live aus diesem - und vor allen Dingen dem alten - Material entstehen wird. Auf Tonträger jedenfalls überzeugen und begeistern die Morcheeba mit diesem neuen Ansatz restlos.



-Ullrich Maurer-



 
 
 

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