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Al Kooper - Black Coffee

Al Kooper - Black Coffee
Favored Nations/Rough Trade
Format: CD

Es braucht eher eine Kanne als nur einen Pott starken, schwarzen Kaffees, um den Werdegang des '44 geborenen Kooper Revue passieren zu lassen: Erste Hits in den ausgehenden Fünfzigern, geschrieben für u.a. The Royal Teens, in den frühen Sechzigern dann für Gene Pitney. '65 fügt Kooper zur Erstaufnahme von Dylans legendärem "Like A Rolling Stone" spontan das Hammond-Riff hinzu (obwohl er noch nie zuvor Orgel auf einer Platte eingespielt hat), eine Kooperation, die sich u.a. auf "Highway 61 Revisited" und "Blonde On Blonde" fortsetzt. Auch George Harrison, Simon And Garfunkel oder Peter Paul And Mary setzten damals gerne auf die Talente des gebürtigen New Yorkers, der nebenher noch Blood, Sweat And Tears gründete (und nach einem Album wieder verließ), Lynyrd Skynyrd entdeckte und jahrelang produzierte, auf "Electric Ladyland" (Hendrix), "The Who Sell Out" oder "You Can't Always Get What You Want" (Stones) mitwirkte und mit Mike Bloomfield so etwas wie eine frühe Supergroup formte ("Super Session", "The Live Adventures Of"), Richard Thompson produzierte und immer wieder live mit Dylan spielte... Und so weiter: Zeugnisse von Koopers gutem Handwerk, inspirierender Produzentenhand und inspirierten Kompositionen ballen sich in jedermanns Plattenschrank, der keinen ausgesprochenen Hass auf gut gemachten US-Rock, Folk, Blues und Soul dieser zwei Dekaden hat.

Doch es ist auch nicht zu leugnen, dass sein eigenes Soloschaffen seit den 70ern etwas mehr Erfolg hätte vertragen können. Steht zu hoffen, dass sein Debütalbum auf Steve Vais FN-Label etwas mehr Lorbeeren einfährt. Denn verdient hätte es das schon für den gebotenen Mix aus entspanntem, enorm "schwarz" klingenden Soul ("My Hands Are Tied", wunderbar untermalt von der "Funky Faculty", einer Berklee-Musiklehrer und -professoren-Sektion bestehend aus u.a. Jeff Stout - z. B. Buddy Rich Band - und Daryl Lowery), Swamp Blues ("Am I Wrong", das angenehm an den Standard "(Nobody Knows) The Trouble I See" erinnert), der großen Las Vegas-Crooner-Tradition ("How My Ever Gonna Get Over You", auf dem Kooper auch Hand an die Oboe legt), vergeistigtem Edelblues à la Peter Green ("Keep It To Yourself", "Childish Love"), Pop ("Another Man's Prize", melodisch angelehnt an "Suspicious Minds") bis hin zu funkigem Brass-Rock ("Got My Ion Hue").

Klassiker wie Smokey Robinsons "Get Ready" sowie vor Spielfreude nur so knisternde Live-Fassungen von "Green Onions" (Booker T. & The MGs) und "Comin' Back In A Cadillac"; hier klingt die "Faculty" wie eine bekiffte Muppets Show-Band - und das ist als Kompliment gemeint! - runden das ausgereifte Alterswerk eines Künstlers ab, dem es gelungen ist, auf ein Album eine so entspannt klingende wie brennend spannend beim Hörer ankommende Bilanz seines Schaffens zu verdichten.



-Klaus Reckert-



 
 
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