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Tonträger-Review
 
Millionaire - Paradisiac

Millionaire - Paradisiac
Pias/Rough Trade
Format: CD

Eine gewisse Ironie ist der Sache nicht abzusprechen, wenn in den letzten Jahren ein Dutzend retortenhafte Stoner Rock-Bands insbesondere aus Nordeuropa hervorsprießen, um dem großen Vorbild Kyuss nachzueifern, und es letztenendes die eher unorthodoxen Belgier von Millionaire sind, die beim großen Meister Josh Homme soviel Begeisterung auslösen, dass er ihre neue Platte "Paradisiac" zusammen mit Joe Barresi, Alain Johannes und Millionaire selbst produziert hat.

Sicher, die Liason ist nichts völlig Neues. Schon vor drei Jahren spielten Millionaire bei Queens Of The Stone Age im Vorprogramm. Wenig später musizierten Homme und Millionaire-Kopf Tim Vanhamel bei den Eagles Of Death Metal sogar zusammen. "Paradisiac" kann ohne Weiteres als vorläufiger Höhepunkt der Kooperation gesehen werden, wenn Hommes Rolle beim eigentlichen kreativen Prozess wohl eher als gering eingeschätzt werden dürfte.

Das Album kommt zwar im ersten Anlauf etwas sperrig daher, weiß aber mit ungewöhnlichen Rhythmen und knarzigen Riffs zu überzeugen, die das Klischee "Stoner Rock" mindestens sprengen ("Streetlife Cherry", "Alpha Male") oder mit dem unglaublichen "Love Is A Sickness" völlig links liegen lassen. "Paradisiac" ist dabei bei allem Gequietsche und Klanggetüftel kein Frickel-Album, sondern geht streckenweise gnadenlos ab - "A Love Unmatched" klingt gar wie ein unveröffentlichter Nine Inch Nails Songs.

Fazit: Innovativer, entfesselter Rock, der Gott sei Dank nicht übertrieben europäisch daherkommt, aber ebenso wenig den unereichbaren amerikanischen Wüstensöhnen vergeblich hinterhereiert. Ein Glück.



-Christian Spieß-



 
 
 

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