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Compilation - The Strat Pack - Live In Concert

Compilation - The Strat Pack - Live In Concert
Eagle Vision/edel
Format: DVD

Herzlichen Glückwunsch, liebe alte Schraddel! Damit ließ es der US-Gitarrenhersteller Fender zum 50. Geburtstag seines neben der Telecaster wohl bekanntesten Modells nicht bewenden, sondern arrangierte in der Wembley Arena eine "Überraschungsparty" der alleredelsten Sorte. Ein in dieser Form einzigartiges Staraufgebot (und lange nicht alle von ihnen Strat-Endorser) gab zu einem guten Zweck (begünstigt war die Stiftung "Nordoff Robbins Music Therapy", vgl. Surf-Empfehlungen) ein Greatest Hits-Konzert, bei dem man gern selbst einer der Zehntausend Zuschauer gewesen wäre.

Good Ole Times-Feeling macht sich breit, wenn The Crickets, die ehemalige Begleitband von Buddy Holly in Originalbesetzung, verstärkt durch den allgegenwärtigen Brian May (der seine Gitarren - einen Eigenentwurf! - selbst baut) und Albert Lee "Peggy Sue", "Maybe Baby", "I Fought The Law", "Oh Boy" und "That'll Be The Day" zu Gehör bringen.

Hank Marvin (Cliff Richard's Shadows), der von ungezählten Gitarristen als Vorbild genannt wird, hat mit "The Rise And Fall Of Flingel Bunt", "Sleepwalk" und "Apache" ebenfalls ein paar der wichtigsten Ohrenschmeichler der Sechziger am Start, wobei er immer noch wie eine jungenhaftere Ausgabe von Bill Gates wirkt und fast schüchtern über seine rote Strat hinweg ins Publikum linst.

Pop modernerer Bauart präsentieren Bassist / Gitarrist Mike Rutherford und Paul Carrack mit "How Long" und "I Can't Dance", während Carrack an einer Fassung des Dylan- / Hendrix-Klassikers "All Along The Watchtower" gründlich vor sich hin scheitert. Hendrix-Material wie der Powerblues "Red House" scheint bei Gary Moore (Thin Lizzy, Colosseum II, Solo) weitaus besser aufgehoben, um so mehr, als der Meister hier mal leidlich nüchtern gewesen zu sein scheint.

Ein besonderer Leckerbissen ist der Auftritt von Paul Rodgers (Free, Bad Company, The Firm, Queen), der mit "Muddy Water Blues" und "Alright Now" zwei der größeren Free-Erfolge vorführt. Verzichtbar, aber verständlich ist, dass er die Gelegenheit ergriff, seinen Kinder Jamine und Steve Rodgers diese einzigartige Plattform zu eröffnen. Sie dürfen mit seiner Hilfe eines ihrer eigenen Lieder zum Vortrag bringen - was zu Pfadfindermusik gerät. Zum alten Bad Co.-Klopfer "Can't Get Enough" erscheint dann Joe Walsh (James Gang, Eagles) auf der Bühne - und diese beiden alten Schlachtrösser harmonieren großartig.

Walsh legt nach Rodgers Abgang mit "Funk 49", dem immer noch witzigen "Life's Been Good", "Life In The Fast Lane" sowie natürlich "Rocky Mountain Way" noch einige Evergreen-Schüppen nach, bis Roxy Music-Gitarrist Phil Manzanera mit dem Instrumental "6pm" das Tempo und auch die Spannung wieder deutlich 'rausnimmt. David Gilmour sieht nicht erst seit gestern wie ein soignierter Bankdirektor aus, aber was er bei länglichen Fassungen von "Marooned", "Coming Back To Life" und "Sorrow" an Eindringlichkeit aus seinen Fingern und einer enorm abgestoßen aussehenden, vermutlich unbezahlbaren Strat holt, kann man nur beeindruckend nennen.

Nachdem Ronnie Wood (Stones) krächzend wie eh und je den Face-Smash-Hit "Ooh La La" intoniert hat, ensteht eine der in solchen Fällen ja gern genommenen All Star-Nummern: Fast alle der Vorgenannten kommen zur R. Wood / R. Stewart-Komposition "Stay With Me" auf die große Bühne.

Neben der Ton- (DTS und Dolby 5.1 Surround) und Bildqualität (High Definition) ist auch die permanent auf der Bühne befindliche Backing Band - u.a. Pino Palladino, bss oder Wix Wickens (key; u.a.: Paul McCartney) - ein Gedicht für sich. Nach 155 fast durchweg sehenswerten Minuten hat das Stratpack dann auch fertig. Und man bedauert nur ganz leise, dass einige der größten Strat-Bändiger aller Zeiten wie Jeff Beck, Richie Blackmore (in seinem Fall ja verständlicherweise, der schlägt ja nur noch die Laute), Mark Knopfer oder vielleicht auch Yngwie Malmsteen nicht mitgemacht haben. Wie auch immer: Dies ist wirklich mal eine DVD, die man wohl nicht nur einmal hervorkramen wird.



-Klaus Reckert-



 
 
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