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The Long Blondes - Someone To Drive You Home

Platte der Woche

KW 45/2006


The Long Blondes - Someone To Drive You Home
Rough Trade Records/Sanctuary/Rough Trade
Format: CD

Meistens sind es ja picklige Jungspunde, die sich malerische Bandnamen geben, die an Damen gemahnen. Nicht so hier: Eine Blonde gibt es zwar auch in dieser Band nicht, dafür aber immerhin tatsächlich einmal Mädels. Nicht nur deswegen, ist man bei der Band aus Sheffield, die dortselbst der Flavor Of The Hour ist, schnell bei der Referenz Blondie angelangt. Nicht, dass die Band um Sängerin Kate Jackson Deborah Harry & Co. kopierten, aber mit einer gehörigen Portion Feuer unter dem Hintern und genau jenem Sinn für poppige Momente, die die frühen Blondie-Scheiben auszeichnete, überraschen die Long Blondes mit einer Mixtur, die man ohne rot zu werden tatsächlich als Pop-Rock bezeichnen darf. Sogar Disco-Anleihen finden sich im allgegenwärtigen Full-Frontal-Gewitter, das ansonsten kaum Zeit zum Atem holen lässt.

Sicher, so richtig gesund kann diese von jugendlichem Power-Überschwang getriebene Art Musik zu machen (insbesondere zu singen) nicht sein - dafür macht sie aber tierisch Spaß. Das ist erstklassischer britischer Working-Klass-Punk-Pop - nur ausnahmsweise mal von Damen vorangetrieben. Allen voran ist da natürlich Sängerin Kate Jackson zu nennen, die sich dermaßen ins Zeug legt, dass ihre Stimmbänder schon jetzt bereits so gut wie weggeschmirgelt sein dürften - und das bloß wegen des Einspielens dieser Scheibe. Als rechte Musikrevoluzzer verstehen die Long Blondes darüber hinaus natürlich auch etwas von Präsentation, scheuen auch vor der großen Geste nicht zurück und haben jenen schrägen Humor, der die im Prinzip simplen Power-Pop-Rausschmeißer mit Titeln wie "A Knife For The Girls" oder "Weekend Without Makeup" auch über den Moment hinaus interessant erscheinen lassen. Dass sie das Genre nicht erfunden haben, machen sie dabei in jeder Beziehung durch die dargebotene Energie wieder wett. Für den Moment hat Rough Trade da wieder mal genau das richtige Näschen gehabt!



-Ullrich Maurer-



 
 
 

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