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Arab Strap - Ten Years Of Tears

Platte der Woche

KW 48/2006


Arab Strap - Ten Years Of Tears
Chemikal Underground/Rough Trade
Format: CD

Mit einem lachenden und drei weinenden Augen präsentieren Aidan Moffat und Malcolm Middleton hier ihren brillant inszenierten eigenen Schwanengesang, bevor sie ab nächstem Monat getrennte Wege gegen. Auf dieser umfassenden Retrospektive - die von einer eigens verfassten, neuen musikalischen Einleitung über die ersten Demo-Aufnahmen (die technisch gesehen noch älter als zehn Jahre alt sind) und gespielte Witze bis zu einer schräg-schönen Cover-Version von Bonnie Tylers "It's A Heartache" reicht, finden die Schotten hier immer das richtige Song-Anekdötchen, um die jeweilige Entwicklungsstufe ihrer selbst zu illustrieren. Und das sind keineswegs die offensichtlich "Hits" der Falkirker Misanthropen, sondern eher obskurer Kleinkram, der sich im Laufe der Jahre angesammelt hat. Dabei wird auch die erstaunliche Entwicklung deutlich, die das Duo und seine jeweiligen Kollaborateure (wie z.B. Bill Wells oder Adele Bethel - beide mittlerweile mit eigenen Projekten am Start) in musikalischer Hinsicht durchlief. Vom bloßen, verzerrten New-Wave Krach der Anfangstage über katatonische Dance-Floor-Kracher bis hin zum majestätisch daherwalzenden, augenzwinkernden "There Is No Ending", das da in des Wortes wahrer Bedeutung mit Pauken und Trompeten klar macht, dass dies kein vollständiger Abschied von Moffat und Middleton ist, ist alles dabei.

Kaum eine andere Band verstand es - wie Arab Strap - verstörtes Leiden, kruden Fäkalhumor, sexuelle Freizügigkeiten, abstrakten Humor und persönliche Beobachtungen mit höchst eigenständigen musikalischen Eskapaden zu etwas ganz Eigenem zu verbinden. Wobei sich hier öfter die Frage stellte, wieso vorher nie jemand auf die Idee gekommen war, Elemente wie jene, die Moffat und Middleton kombinierten, so zu verwenden. Gerade das machte dann irgendwo auch den Reiz dieser traurigen Clowns aus - denn musikalische Virtuosen sind ja beide nicht gerade. All das kann man auf dieser liebevoll zusammengestellten Kuriositäten-Sammlung nachvollziehen, die so selbst für Fans von Wert ist. Die Zukunft ist übrigens bereits gesichert: Middleton nimmt gerade seine dritte CD auf und Moffat arbeitet unter seinem Pseudonym L. Pierre an neuem Material.



-Ullrich Maurer-



 
 
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