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Voxtrot - Voxtrot

Platte der Woche

KW 21/2007


Voxtrot - Voxtrot
Playlouder/Beggars Group/Indigo
Format: CD

Es spricht ja wahrlich nichts dagegen, wenn man seine Erlebnisse in seine Kunst einfließen lässt. Es kommt nur darauf an, hier die richtigen auszusuchen. Voxtrot aus Austin, Texas, machen vor, wie so etwas funktioniert. Zunächst mal klingen sie gar nicht so, wie man sich eine Band aus der Americana-Hochburg vorstellt. Denn mit Westen- und Wüstenrock hat das Quintett nicht viel am Hut. Stattdessen gibt es gutgelaunten, abwechslungsreichen und angenehm unvorhersehbaren Gitarrenpop mit deutlich europäischer Prägung. Das kommt daher - und damit sind wir wieder bei den Erlebnissen, die in die Kunst einfließen -, dass Sänger Ramesh Srivastava in Glasgow Literatur studierte. (Bzw. dieses nicht tat, sich dafür aber in der lokalen Szene herumtrieb). Die anderen - und damit sind wir bei der Auswahl der richtigen Themen - verzichteten darauf, das, was sie an der Uni im Songwriterkurs gelernt hatten, 1:1 umzusetzen, sondern verließen sich lieber auf die eigene Eingebung.

Wenn also heutzutage Acts wie Belle & Sebastian oder die Delgados als Referenzen herangezogen werden, dann ist das nicht ganz so abwegig (außer, dass es keine Sängerin bei Voxtrot gibt). Denn anstatt mit markigen Riffs überzeugen Voxtrot lieber durch feinsinnige Strukturen, verschlungene Melodiebögen und einen dramatischen Aufbau ihrer Stücke. Auch unerwartete, versteckte Refrains gehören zu ihrer Technik dazu. Das führt dazu, dass - obwohl einige der Tracks durchaus sofort ins Ohr gehen - die meisten der Stücke eine recht ordentliche Halbwertzeit haben dürften, denn irgendetwas gibt es bei jedem Hör-Durchlauf neu zu entdecken - ohne dass sich Voxtrot dabei in Details verzetteln oder etwa zu sophisticated daherkommen. Und: Jeder einzelne Song hat dabei sein eigenes musikalisches Gesicht, während die ganze Scheibe ansonsten durch Rameshs charakteristischen Gesangsstil und die allgemeine Tendenz zum Schrammelpop-Beat zusammengehalten wird. Auf der Suche nach dem ultimativen Gitarrenpop-Song sind Voxtrot jedenfalls bereits mit diesem Debüt (und der vorangegangen EPs, die - je nach Sicht - hier leider bzw. zum Glück nicht recycled werden) erstaunlich weit gekommen. Gerade so, als gingen sie ihrer Profession bereits seit zehn Jahren nach. Wenn das kein gutes Zeichen ist...



-Ullrich Maurer-



 
 
 

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