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Rufus Wainwright - Release The Stars / Yellow Lounge

Rufus Wainwright - Release The Stars / Yellow Lounge
Geffen/Deutsche Grammophon/Universal
Format: CD

Spätestens als Rufus Wainwright unlängst den kompletten legendären Auftritt von Judy Garland am 23. April 1961 in der New Yorker Carnegie Hall reproduzierte (ein Mitschnitt davon wird im September 2007 auf CD und DVD erscheinen), war klar, dass sich der liebenswert-exzentrische Kanadier vom grandiosen Pop-Sound seiner letzten beiden Alben "Want One" und "Want Two" verabschieden würde. Genau das tut er auf "Release The Stars", das ihn von seiner persönlichsten, aber vor allem auch seiner theatralischsten Seite zeigt. Aufgenommen teilweise in Deutschland - davon zeugen nicht nur der Song "Tiergarten", sondern auch die kitschigen Gartenzwergfotos auf dem Cover und die bizarren Fotos von Wainwright in maßgeschneiderten Lederhosen -, präsentiert ihn das Album als schmachtenden Mittelpunkt üppig arrangierter und orchestrierter Mini-Opern, die zwar sein Gespür für hübsche Melodien unterstreichen, mit gängigen Popsongs aber oft kaum etwas gemein haben. Die Rolle des altmodischen Entertainers steht Wainwright zwar gut, und die Songs sind auch perfekt umgesetzt, dennoch dürfte ihn dieser Richtungswechsel vermutlich einen Teil seines zuletzt sehr jugendlichen Publikums kosten. Es sei denn, die Kids von heute stehen auf einen Sound, der an anderer Stelle nicht gänzlich falsch als Melange aus Cole Porter und Richard Wagner beschrieben worden ist.

Richard Wagner ist dann auch das Stichwort für die zweite neue Veröffentlichung, die Wainwrights Namen trägt. Seinen Abstecher nach Berlin für die "Release The Stars"-Aufnahmen nutzte er nämlich auch, um seinen Beitrag zur "Yellow Lounge" zu leisten, jenem ambitionierten Projekt der Deutschen Grammophon, bei dem Popmusiker und DJs in Clubs Klassik auflegen oder Tonträger mit klassischer Musik für den Hausgebrauch zusammenstellen. (Dass Wainwright damit in die Fußstapfen von Neil Tennant tritt, der auf "Release The Stars" als ausführender Produzent fungiert, sei nur am Rande erwähnt.) Eingerahmt von zwei Wainwright-Stücken, die in neuem Gewand vom Fauré Quartett interpretiert werden, reichen die vertretenen Kompositionen von Johann Sebastian Bach ("Brandenburgisches Konzert") über Richard Wagner ("Götterdämmerung") bis hin zu Alfred Schnittke ("Quasi Una Sonata"), doch neben Werken wie Franz Schuberts "Winterreise" oder Giacomo Puccinis "Tosca", die in einem Wainwright'schen Klassikmix geradezu obligatorisch erscheinen, gibt es auch einige Überraschungen wie "Les Indes Galantes" von Jean-Philippe Rameau, dessen Kompositionen Wainwright in den Linernotes als "auf seltsame Weise zeitgenössisch" beschreibt, und Edward Elgars herrliche "Enigma Variationen", die so etwas wie das Herzstück dieser Compilation sind. Sicher nicht die schlechteste Methode, den Weg von der Popmusik zur Klassik zu finden!



-Simon Mahler-



 
 
 

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