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Tonträger-Review
 
Imani Coppola - The Black & White Album

Imani Coppola - The Black & White Album
Ipecac/Soulfood
Format: CD

Zunächst hört man ein Intro, das wohl Glaubensbekenntnis und politisches Programm zugleich sein soll: "Sometimes life may feel like it's sucking you up, but it's not, it may be just you sucking. Sometimes life may feel just like you're loosing the race, but you're not, you're just letting everyone else win." etc.

Derartige Durchhalteparolen atmen die Sorte calvinistische Arbeitsethik, die für die wüstgläubigen Sektierer der Neuen Welt kennzeichnend ist: Gott belohnt den Tüchtigen. Unverschämterweise muss sich die Jugend der Welt, diese Selber-Schuld-Rhetorik von einer überprivilegierten Göre aufs Brot schmieren lassen, der bisher alles mehr oder weniger in den Schoß gefallen ist. Behütetes Elternhaus auf Long Island, Geigenunterricht mit sechs Jahren und ein Hiphop-Debüt mit MTV-Hit. Da möchte man fast auflachen, wenn ein paar Songs später gereimt wird: "Woke up white / everything was all right". Möchte man, wäre das alles nicht so traurig. Denn es steht zu befürchten, dass die Mainstream-Medien die harmlose pseudopolitische Botschaft mit Vergnügen verwursten und die Kids darauf hereinfallen.

Musikalisch ist das Machwerk der übliche, extrem fett produzierte Hiphop-, Soul-, und Rock-Eklektizismus. Mit allem möglichen Zierrat aufgepimpt und in ein maßgeschneidertes Underdog-Kostüm gesteckt (inclusive explicit lyrics versteht sich) möchten die Songs fast ausnahmslos einmal eine Hit-Single werden. De profundis clamavi ad te Domine!



-Dirk Ducar-



 
 
 

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