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Cat Power - Jukebox

Platte der Woche

KW 03/2008


Cat Power - Jukebox
Matador/Beggars Group/Indigo
Format: CD

"Jukebox" ist nach "The Covers Record" von 2000 bereits die zweite Scheibe mit Cover-Versionen, die Chan Marshall herausbringt. Das kommt keineswegs überraschend. Bereits kurz nach der Tour zu ihrem Mega-Seller "The Greatest" machte sie sich daran, eine neue Band zusammenzustellen - die Dirty Delta Blues Band, mit ihrem alten Kumpel, Dirty Three-Drummer Jim White (der bereits bei Cat Powers zweiter Scheibe "Moonpix" hinter dem Kit saß), Gitarrist Judah Bauer von der John Spencer Blues Explosion, Keyboarder Gregg Foreman (Delta 72) und Bassist Erik Paparozzi (Lizard Music). Mit dieser Band absolvierte sie eine Art Tour (mit nur vereinzelten Stippvisiten in unseren Breiten), auf der im Prinzip das auf "Jukebox" vertretene Programm präsentiert wurde. Dabei muss man - bis auf weiteres - von der "alten" Chan Marshall Abschied nehmen.

Nach der Bewältigung ihrer persönlichen und gesundheitlichen Probleme hat die Gute nämlich soweit Gefallen an der Rolle der Perfomerin gefunden, dass sie hier (wie teilweise auch schon bei der "Greatest"-Tour) gar nicht mehr zu Instrumenten greift, sondern sich nur noch als Interpretin begreift. Zuweilen - wie z.B. bei der ergreifenden neuen Version ihres eigenen Stückes "Metal Heart" oder der beinahe verstörenden Ode an Bob Dylan "Song For Bobby" - dem einzigen neuen Stück auf "Jukebox" - kommen dabei rundum gelungene Aufnahmen mit nachhaltigem emotionalen Eindruck zustande. An anderer Stelle droht Chan allerdings ein wenig im Hall und dem instrumentalen Backdrop unterzugehen. Wieder andere Stücke - etwa Sinatras "New York" - lehnen sich musikalisch in gewohnter Manier so weit aus dem Fenster, dass von der Originalversion bis auf den Text kaum noch etwas übrig bleibt. Auf jeden Fall zeigt sich bei der Auswahl der Tracks wieder Chans Gespür für geeignetes, obskures Songmaterial, das sie sich auf die ihr spezifische Art zu Eigen macht. Allerdings: Selbstsicherer und konkreter hat man Chan Marshall freilich noch nie vernommen. Jegliche Anflüge von Unsicherheit oder Zerbrechlichkeit, wie man sie von früheren Werken her kannte, sind verflogen. Wohl nicht zuletzt, wegen der straighten, tighten Band im Hintergrund. "Jukebox" ist ein weiterer Baustein für das Podest, auf dem Chan Marshall als Indie-Ikone in immer größere Höhen krabbelt.



-Ullrich Maurer-



 
 
 

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