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Coldplay - Viva La Vida

Coldplay - Viva La Vida
Parlophone/EMI
Format: CD

Wenn man als Band erst mal einen Status wie Coldplay erreicht hat, gehört es dazu, das alles, was man musikalisch produziert, zumindest fantastisch klingt. Das ist natürlich auch bei dem neuen Album nicht anders. Und dem Konzept von "Viva La Vida" kommt das entgegen: Chris Martin und seine Mannen wollten aus dem üblichen Schema ausbrechen und musikalisch experimentieren. Das ist zweifelsohne gelungen. Neben einigen - aber wenigen - typischen Coldplay-Momenten gibt es "musikalischen Wildwuchs", wie Martin selbst es nennt, der von orientalischen Streicherornamenten über Folk-Sprengsel und Kirchenorgel-Gedröhn bis hin zu kammermusikalischen Pop-Songs wie dem Titeltrack reicht. Das führt dazu, dass Coldplay praktisch nicht mehr zu erkennen sind.

Unvorbereitet und ohne Information mit dieser Scheibe konfrontiert, wird der musikalische Gelegenheitshörer dieses Werk kaum als Coldplay-Scheibe identifizieren können. Das hat alles seine Vor- und Nachteile, aber zumindest konzeptionell machen Coldplay einen Schritt nach vorn. Merkwürdig ist dabei indes der Ansatz, bewusst das kürzeste Album einspielen zu wollen - und dabei einerseits potenziell attraktives Material beiseite zu lassen (wie z.B. den berüchtigten Kylie-Song), dabei andererseits gleich mit mehreren - eigentlich ins Nichts führenden - Instrumentals aufzuwarten, während andere Tracks gleich wieder aus den Versatzstücken von drei anderen zu bestehen scheinen. Dass Brian Eno sich als Produzent anbot (und im Team mit Martin Drav agierte, der zuvor Arcade Fires "Neon Bible" produzierte und eventuell für die genannte Kirchenorgel-Einlage verantwortlich sein könnte), ist dem Album nicht direkt anzuhören - wohl auch wegen der stilistischen Offenheit. Was dann noch wundert, ist die musikalische Harmlosigkeit von einigen der o.a. Experimente - wenn man schon experimentiert und sogar eine Portion Identität dafür opfert, dann hätte man doch radikaler agieren können. Fazit: Radiohead sind Coldplay - trotz o.a. Bemühungen - auch mit diesem Album nicht wirklich geworden.



-Ullrich Maurer-



 
 
 

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