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The Veils - Sun Gangs

Platte der Woche

KW 17/2009


The Veils - Sun Gangs
Rough Trade Records/Beggars Group/Indigo
Format: CD

Die Band von Finn Andrews, dem Sohn des XTC-Gründungsmitliedes Barry, legt mit "Sun Gangs" nun endlich das lang erwartete dritte Album vor - und siehe da, das Warten hat sich gelohnt. Was sich nämlich auf den beiden Vorgängeralben "The Runaway Found" und "Nux Vomica" bereits andeutete, gedeiht hier zur vollen Blüte. Mit den an sich nicht unüblichen Versatzstücken leicht melancholischen Brit-Pops, einer Prise Art-Rock und einem sicheren Gefühl für Dramatik in großen Dosen gelingt es Finn & Co. ein Album abzuliefern, das eher in der Tradition von Nick Cave & Genossen anzusiedeln ist, als beim klassischen Beat. Vielleicht liegt es daran, dass das Ensemble multinational besetzt ist (und deswegen eh schon keine regelgerechtes Brit-Pop-Outfit sein kann), wahrscheinlicher aber ist, dass das Quartett es hier geschafft hat, sich mit spielerischer Leichtigkeit von allen gängigen Erwartungen freizuspielen und dabei obendrein songwriterisch mächtig zugelegt hat - jedenfalls ist "Sun Gangs" ein bemerkenswert rundes Meisterwerk geworden.

Dabei legen sich die Veils nicht fest: Es gibt gelegentliche Up-Tempo Momente - meist aber dominiert Balladeskes, das jedoch niemals selbstgefällig dahindümpelt, sondern von einer inneren Spannung lebt, die bis zum letzten Ton Aufmerksamkeit gebietet. Das wiederum kommt durch die spielerische Art zustande, mit der sich die jeweiligen Instrumente geradezu gegenseitig zu umgarnen scheinen, während gleichzeitig die Songstrukturen weitestgehend frei aufgefasst werden - jedenfalls nicht dem gängigen Strophe / Refrain-Schema entsprechen. Dazu singt Finn Andrews mit einer durchaus markanten - und bemerkenswert souligen - Stimme, die genau jenes bis dahin noch fehlende Tüpfelchen auf dem i darstellt. Er croont von zerbrochenen Liebschaften und verpassten Gelegenheiten, ohne allerdings dabei wehleidig zu werden, sondern vermittelt dabei gar eine kämpferische Note. Ach ja: Ein Singles-Album ist diese Scheibe wahrlich nicht geworden, sondern sollte als Ganzes, am Stück genossen werden.



-Ullrich Maurer-


Video: "The Letter"
Video: "Where I Lead Me"

 
 
 

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