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VAGUE ANGELS
 
Nach dem Schritt ist vor dem Schritt
Vague Angels
Chris Leo war schon oft in Europa. Mit The Van Pelt, The Lapse oder eben den Vague Angels, seiner aktuellen Band. Trotzdem ist er vor jeder anstehenden Tour aufs Neue aufgeregt wie ein kleiner Junge. Und diesmal ganz besonders. Nicht nur, weil er ganze sechs Wochen lang unterschiedlichen Sprachen begegnet, sondern auch, weil er einen ganzen Haufen Freunde aus New York mitbringt, vom jüngeren Bruder bis hin zum alten Schulfreund: Eingepfercht in einen Van mit The Gang und The Holy Childhood, "das wird ein Riesenspaß", sagt Chris in gebrochenem Deutsch. Und schiebt gleich noch einige Wörter ohne Zusammenhang nach, bevor er lachend aufgibt: "Ich liebe diese Sprache, kann sie aber leider kaum", erklärt er. Keine zwei Wochen wieder zurück in den USA, und schon habe er die meisten Vokabeln wieder vergessen.
Der typische Autodidakt, in vielerlei Hinsicht. Angespornt durch seinen älteren Bruder Ted, entdeckte er schon früh seine Liebe zur Gitarre, und es dauerte nicht lang, da brachte er mit Native Nod den Hardcore zurück in die Stadt. Die auf Gern Blandsten veröffentlichten Singles sind heute nicht leicht zu kriegen, selbst Chris besitzt sie nicht. Noch erfolgreicher war Chris dann mit The Van Pelt, die sich vor allem in Indierock-Kreisen schnell herumsprachen. "Damals, also Mitte der Neunziger, gab es kaum Gitarrenbands in New York City, und wir kamen wohl gerade zur rechten Zeit", meint Chris bescheiden. Dass diese Gitarrenarmut nur ein glücklicher Nebeneffekt war, zeigt sich mindestens daran, dass The Van Pelt noch immer für viele als Einflussgröße gelten. Auf nicht ganz so viele Reminiszenzen, aber auf dennoch zwei großartige Platten kann er schließlich mit The Lapse zurückblicken, ein Duett mit Toko Yasuda, die heute bei Enon spielt.
Aber all das ist Vergangenheit, hier kommen die Vague Angels. Vielleicht kennen sie einige unter dem Namen The Breaks. Denn um genau die Band ging es in "White Pigeons", dem ersten Buch von Chris Leo. Statt einem Kapitel Sieben findet man dort eine CD der Breaks, eingespielt bei den Vague Angels. "Klingt etwas konfus, ich weiß", gibt Chris zu, daher einfach nur merken: "Vague Angels are the real ones". Mittlerweile hat Chris übrigens auch sein zweites Buch veröffentlicht mit dem Titel "57 Octaves Below the Middle C Buzzed by the B (or Really) How I Lost This Place". Schon nach den ersten Seiten versteht man, wieso Chris sein New York so liebt. Aufgewachsen auf der anderen Seite des Hudson Rivers, verschlug es ihn schon bald nach Manhattan, wahlweise Brooklyn, wo er mittlerweile die schönsten unpopulärsten Ecken der Metropole kennt. Ein Wissen, das er gerne mit auswärtigen Besuchern teilt: Lange Zeit begeisterte er die Touristen als Stadtführer in den roten Freiluftbussen quer über die Avenues. "Es ist einfach wunderbar mit anzusehen, wie sich die Menschen von meiner Leidenschaft für New York anstecken lassen." Und darum geht es auch in diesem Buch, das mithilfe der Illustrationen von Marcellus Hall, ehemals Sänger und Gitarrist bei Railroad Jerk, ein ganz neues Licht auf die Weltstadt wirft. So wie es einst Frank Sinatra tat.
Vague Angels
Aber zurück zu den Vague Angels. Streng genommen handelt es sich bei dieser Band um Chris' Soloprojekt, dem immer mal wieder neue Musiker beiwohnen. Während der letzten Tour standen Klavier und Kontrabass auf der Bühne, mal sehen, womit die Vague Angels dieses Mal überraschen. Sicher ist, dass nicht nur alte The Breaks-Stücke gespielt werden, denn in den USA ist seit März letzten Jahres die "echte" Debüt-Platte der Vague Angels namens "Let's Duke It Out at Kilkenny Katz'" raus. Ein Album geprägt von offensivem Songwriting und komplexen Arrangements, mehr oder weniger gesprochenen Texten in epischer, fast schon mystischer Stimmung, und einer stoischen Haltung zur Melancholie. Kurzum: "Anders als alles andere, was ich zuvor gemacht habe. Ein weiterer Schritt nach vorne." Denn ausschließlich auf The Van Pelt reduziert zu werden, das liege ihm fern, sagt er. Lächelt freundlich, nippt höflich an seinem Rotwein und belässt es dabei. Möge der Zuhörer entscheiden. Denkt der Mann, der niemals stehen bleibt. Und doch immer wieder zurück findet. Nach New York City, der Stadt "I lost my heart to". Dort, wo sich sein ganz eigenes Karussell dreht. Weiter und weiter.
Weitere Infos:
www.myspace.com/vagueangels
Interview: -Annette Kessen-
Fotos: -Pressefreigaben-
Vague Angels
Aktueller Tonträger:
Let's Duke It Out at Kilkenny Katz'
(Pretty Activity/Alive)
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