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NITZER EBB
 
Aus der Versenkung
Nitzer Ebb
Lange sah es so aus, als ob Nitzer Ebb für immer in der Versenkung verschwunden seien. Die Pioniere des EBM veröffentlichten mit "Big Hit" 1995 ihr letztes Album - und erst 2006 mehrten sich Gerüchte, dass es Douglas McCarthy und Bon Harris noch einmal miteinander versuchen würden. Und es geschah: Nichts! Die Fans verloren die Hoffnung, die Stimmung war im Keller. Bis Mitte 2009 die Sensationsnachricht ins Haus flatterte: Nitzer Ebb treten 2010 zusammen mit Depeche Mode auf, um so ihr neues Album "Industrial Complex" zu promoten.
"Wir haben eine Pause von Nitzer Ebb gebraucht. Wir hatten ein sehr angespanntes Verhältnis zueinander, als wir 'Big Hit' aufgenommen haben. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon eine Weile eng zusammengearbeitet. Wir mussten uns trennen, um Neues für uns zu entdecken und um ein wenig Zeit außerhalb von Nitzer Ebb zu haben." Dass aus der Erholungspause gleich elf Jahre werden, damit hatte niemand gerechnet. Und auch nicht damit, dass es noch einmal vier Jahre dauern würde, bis "Industrial Complex" schließlich das Licht der Welt erblickt. "Das Album war relativ schnell aufgenommen. Doch der Zusammenbruch der Plattenindustrie und die Weltwirtschaftskrise haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir mussten erstmal einen guten Weg finden, um das Album herauszubringen und es gut zu promoten."

Welchen besseren Weg gäbe es da, als zusammen mit den alten Label-Kollegen von Depeche Mode auf Tour zu gehen? "Wir haben Depeche Mode gefragt, ob sie uns wieder mitnehmen wollen. Und sie wollten." Doch hatten Nitzer Ebb keine Angst, dass die Depeche Mode-Fans mit ihrer Musik nur wenig anfangen können? "Wir waren ja schon einmal mit Depeche Mode auf Tour. Und ich denke, dass die Leute heute mehr mit elektronischer Musik anfangen können, als damals. Daher denke ich auch, dass wir mehr Menschen mit unserem Sound überzeugen können", sagt Bon Harris. Sehr gut seien sie von den Depeche Mode-Fans aufgenommen worden. "Ich glaube nicht, dass es einen solch großen Unterschied zwischen Depeche Mode-Fans und Nitzer Ebb-Fans gibt. Die Hardcore Depeche Mode-Fans haben uns sowieso in ihr Herz aufgenommen. Für sie gehören wir untrennbar zur Geschichte von Depeche Mode."

Bereits zum dritten Mal waren Nitzer Ebb nun mit Depeche Mode auf Tour. Die beiden Bands kennen sich gut, dennoch muss sich im Laufe der Jahre für beide eine Menge verändert haben. "Natürlich! Jeder konzentriert sich mehr auf die musikalischen Herausforderungen und versucht, die bestmögliche Show abzuliefern. Die sozialen Aspekte des Tourlebens sind ein wenig in sich zusammengeschrumpft: Es ist weniger verrückt, dafür aber umso persönlicher - was gut ist." Die Freundschaft untereinander und das Verständnis füreinander sei über die Jahre hinweg gewachsen - und die Stimmung sei besser, als sie es jemals gewesen sei. Auch mit dem ehemaligen Depeche Mode-Mitglied Alan Wilder pflegen Nitzer Ebb eine Freundschaft. "Kein Wunder, Alan co-produzierte Ebbhead. Und Douglas hat mit ihm an Recoil gearbeitet." Neid kennen die Bands nicht untereinander. "Depeche Mode waren zuerst da", erzählt Harris. Daher hätten sie auch früher bei den Fans gepunktet. Nitzer Ebb hingegen seien immer weniger im Mainstream unterwegs gewesen als Depeche Mode. Dass sie nicht selbst populärer sind, ist für die Band völlig okay. "Wir konzentrieren uns lieber auf uns selber und auf das, was wir anbieten können. Das ist viel wichtiger, als neidisch zu sein."
Viel wichtiger ist es für Bon Harris auch, endlich wieder gemeinsam auf der Bühne stehen zu können. "Die kreative Chemie zwischen uns stimmt einfach wieder - das haben wir schon beim Entstehungsprozess des Albums gemerkt." "Industrial Complex" soll, so die Band, bisher das beste Nitzer Ebb-Album geworden sein. "Die Reaktionen sind überwältigend!" Überraschend ist, dass viele sanftere Klänge auf dem Longplayer zu finden sind. "Warum nicht? Die Songs sind vielleicht weicher, aber nicht weniger intensiv." Bon Harris steht voll hinter dem neusten Nitzer Ebb-Werk. Daher würde er auch im Nachhinein nicht mehr viel verändern am Album. "Das sind immer einige kleine Dinge, die man gerne noch verbessert hätte. Aber als Künstler lernt man auch, wann es Zeit ist, es gut sein zu lassen." Bleibt zu hoffen, dass Nitzer Ebb nicht allzu schnell an den Punkt kommen, an dem sie nicht mehr weitermachen wollen. Bon Harris macht den Fans Mut: "Im Sommer werden wir auf einigen Festivals spielen und vielleicht auch an neuen Tracks arbeiten." Und wenn sie nicht an Nitzer Ebb arbeiten würden, sondern an einem ihrer Projekte, dann zählt nur eines: "Music makes the world go round!"
Weitere Infos:
www.nitzer-ebb.de
de.wikipedia.org/wiki/Nitzer_Ebb
www.myspace.com/nitzerebbmusic
Interview: -Esther Mai-
Foto: -Pressefreigabe-
Nitzer Ebb
Aktueller Tonträger:
Industrial Complex
(Major Records/Alive)
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