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MOURN
 
Puzzle-Music
Mourn
Jazz Rodriguez Bueno und Carla Pérez Vas gingen zusammen in dem kleinen Ort El Maresme - etwa 45 km entfernt von Barcelona - zur Schule und hatten schon früh den Entschluss gefasst, gemeinsam eine Rockband gründen zu wollen. Das taten sie dann auch und veröffentlichten schon 2014 - damals noch minderjährig - die erste LP ihres Bandprojektes Mourn, auf der bereits der Postpunk-Stil der Damen erkennbar war. Dass die Sache nicht so ganz einfach sein würde, erfuhren die Jugendfreundinnen, als sie sich im Folgenden mit den Unbilden des Business herumschlagen mussten: Label-Probleme, nachlässige Manager, wirtschaftliche Rückschläge und die fehlende Akzeptanz der Ernsthaftigkeit ihres Tuns sorgten aber auch dafür, dass Jazz und Carla auf dem Boden blieben und - gegen die Widerstände - 2016 und 2018 zwei weitere Mourn-Alben veröffentlichten. Ein Umzug nach Barcelona und eine Trennung vom ursprünglichen Drummer Antonio, der durch den gemeinsamen Freund Victor Pelusa ersetzt wurde, prägte nun die Phase, der Produktion des neuen Albums "Self Worth" voran ging.
"Wir hatten versucht, die neuen Songs in Barcelona zu schreiben, wo wir beide lebten", erinnert sich Carla, "aber wir fühlten, dass wir da irgendwie in einer Sackgasse steckten und keinerlei Inspirationen fanden. Also haben wir versucht, einen billigen Ort - irgendwo in der Natur im Süden von Frankreich - zu finden, wo wir in Ruhe kreativ sein könnten. Wir fanden dann dieses super-kleine Dorf namens Lahane, das nicht mal einen Supermarkt hatte, wo wir vier Tage blieben. Dort haben wir dann die ersten Texte, die ersten Gitarrenakkorde und die ersten Drum-Parts geschrieben und als Demos aufgenommen. Dann sind wir nach Barcelona zurückgefahren, wo Victor (und Jazz' Schwester Leia Rodriguez, die Bassistin der Band) auf uns wartete und haben dann - im Sommer 2019 - ernsthaft mit den Arbeiten begonnen." Wieso bitteschön ist denn ein kleines Dorf ohne Supermarkt weniger inspirierend als eine Großstadt wie Barcelona? "Wir sind beide in kleinen Dörfern 45 km entfernt von Barcelona aufgewachsen", führt Carla aus, "als wir dann nach Barcelona zogen, war unser erster Eindruck der, dass das alles vielleicht ein bisschen zu viel sei. Und dabei ist Barcelona nicht ein Mal eine riesige Stadt. Wir sind in dieser Beziehung Land-Eier und fühlen uns dort wohler." Haben Mourn mit einem Produzenten gearbeitet? Die Frage liegt nahe, weil auf der neuen Scheibe ein unglaublich kohärentes Sounddesign - insbesondere in Bezug auf die verzahnten Gitarrenparts von Jazz und Carla - vorzuliegen scheint. "Nein", antwortet Carla aber erstaunlicherweise, "wir proben die ganzen Songs und wenn wir dann fertig sind und gehen dann ins Studio mit Borgia und Santos. Das sind zwei Tontechniker, die zwar auch mal die eine oder andere Idee beisteuern, aber nicht, wie ein Produzent das tun würde. Jazz ist dabei stärker an den technischen Aspekten interessiert. Ich lerne das alles noch. Wir nehmen immer Demos mit Pro-Tools auf. Was die Sache so zusammenhängend klingen lassen könnte, ist der Umstand, dass wir unsere Gitarrenparts immer gleichzeitig mit einem Bass mischen. Leia spielt immer sehr schöne melodische Basslinien. Es ist schwer, das Ganze zu steuern - aber ich denke, es funktioniert für uns am Besten als Puzzle. Für uns ist es ganz normal so zu arbeiten, weil wir genau wissen, wie wir klingen wollen."
Mourn
"Wir hatten versucht, die neuen Songs in Barcelona zu schreiben, wo wir beide lebten", erinnert sich Carla, "aber wir fühlten, dass wir da irgendwie in einer Sackgasse steckten und keinerlei Inspirationen fanden. Also haben wir versucht, einen billigen Ort - irgendwo in der Natur im Süden von Frankreich - zu finden, wo wir in Ruhe kreativ sein könnten. Wir fanden dann dieses super-kleine Dorf namens Lahane, das nicht mal einen Supermarkt hatte, wo wir vier Tage blieben. Dort haben wir dann die ersten Texte, die ersten Gitarrenakkorde und die ersten Drum-Parts geschrieben und als Demos aufgenommen. Dann sind wir nach Barcelona zurückgefahren, wo Victor (und Jazz' Schwester Leia Rodriguez, die Bassistin der Band) auf uns wartete und haben dann - im Sommer 2019 - ernsthaft mit den Arbeiten begonnen." Wieso bitteschön ist denn ein kleines Dorf ohne Supermarkt weniger inspirierend als eine Großstadt wie Barcelona? "Wir sind beide in kleinen Dörfern 45 km entfernt von Barcelona aufgewachsen", führt Carla aus, "als wir dann nach Barcelona zogen, war unser erster Eindruck der, dass das alles vielleicht ein bisschen zu viel sei. Und dabei ist Barcelona nicht ein Mal eine riesige Stadt. Wir sind in dieser Beziehung Land-Eier und fühlen uns dort wohler." Haben Mourn mit einem Produzenten gearbeitet? Die Frage liegt nahe, weil auf der neuen Scheibe ein unglaublich kohärentes Sounddesign - insbesondere in Bezug auf die verzahnten Gitarrenparts von Jazz und Carla - vorzuliegen scheint. "Nein", antwortet Carla aber erstaunlicherweise, "wir proben die ganzen Songs und wenn wir dann fertig sind und gehen dann ins Studio mit Borgia und Santos. Das sind zwei Tontechniker, die zwar auch mal die eine oder andere Idee beisteuern, aber nicht, wie ein Produzent das tun würde. Jazz ist dabei stärker an den technischen Aspekten interessiert. Ich lerne das alles noch. Wir nehmen immer Demos mit Pro-Tools auf. Was die Sache so zusammenhängend klingen lassen könnte, ist der Umstand, dass wir unsere Gitarrenparts immer gleichzeitig mit einem Bass mischen. Leia spielt immer sehr schöne melodische Basslinien. Es ist schwer, das Ganze zu steuern - aber ich denke, es funktioniert für uns am Besten als Puzzle. Für uns ist es ganz normal so zu arbeiten, weil wir genau wissen, wie wir klingen wollen."
Was ist denn die größte Herausforderung für Bands wie Mourn? "Ich denke das Geld", überlegt Carla, "also nicht das Geld selbst, sondern davon als Musiker so abhängig zu sein. Ich will ja jetzt nichts Falsches sagen - aber Filmstars verdienen so viel mehr als Musiker und ich verstehe einfach nicht, warum diese Differenz so groß sein muss. Ich liebe es zum Beispiel auch, Gitarre zu spielen - und immer wieder bekommen wir gesagt, wir sollten doch mal Elektronik oder Popmusik machen, dann könnten wir auch mehr verdienen. Ich wünsche mir einfach, dass die Leute zu unseren Shows kommen und eine gute Zeit haben. Ich möchte einfach mir selbst treu bleiben." Wie bereits erwähnt, ist Spanien besonders hart von der Corona-Pandemie erwischt worden - was eine Band wie Mourn, die ihr Glück schließlich auf den Brettern, die die Welt bedeuten sucht, besonders in Mitleidenschaft zieht. Ihr Deutschland-Debüt als Live-Band muss demzufolge verschoben werden. Bis dahin wollen wir die Daumen drücken, dass es mit Jobs, mit denen sich Mourn über Wasser halten können, dann irgendwie klappt.
Weitere Infos:
mournct.bandcamp.com
www.facebook.com/ohmourn
ohmourn.com
www.instagram.com/ohmourn
twitter.com/OHMOURN
www.youtube.com/watch?v=pD6W6B3GuvA
www.youtube.com/watch?v=veH1tdtSiK8
www.youtube.com/watch?v=lVKdQCPYxQM
Interview: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Pressefreigaben-
Mourn
Aktueller Tonträger:
Self Worth
(Captured Tracks/Cargo)

 
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